Zusammenfassung "Der geprellte Geschäftsmann"

    • Zusammenfassung "Der geprellte Geschäftsmann"

      In der beschaulichen Hafenstadt Velia angelangt, besucht Dolan Arrántir - ein einflussreicher und angesehener Kaufmann aus Altinova und Mitglied des Handelsverbandes von Mediah - das örtliche Lusthaus Zur tanzenden Möwe, das als exklusives und gehobenes Etablissement gilt. Er bucht das exotische, valencianische Lustmädchen Cocooma und vergnügt sich eine Weile mit ihr. Als er jedoch sexuelle Gewaltfantasien äußert und Coco dazu auffordert, diese umgehend zu befriedigen, kommt es zum Eklat: das Lustmädchen weigert sich und als Dolan sich bei der Betreiberin Madame Musou und ihrer Stellvertreterin Varesh beschwert, fliegt er aus dem Etablissement.

      Zurück auf seinem Handelsschiff, der Baja Brago, schreibt Dolan - außer sich vor Wut und mit gekränktem Ego - einen mit fadenscheiniger Freundlichkeit gespickten Brief an Madame Musou, den Yara am nächsten Nachmittag zur Möwe bringt. Die unbeeindruckte Madame antwortet auf ihre eigene Art: der Brief zerfällt in den hungrigen Flammen einer Kerze zu Staub und Asche und Yara kehrt mit leeren Händen auf die Baja zurück. Als Dolan erfährt, dass Madame Musou zu keiner Entschuldigung oder Wiedergutmachung bereit ist, rastet er aus und prügelt blind vor Wut auf Yara ein, die zur falschen Zeit am falschen Ort ist. Was keinem in diesem Moment bewusst ist: der ebenfalls anwesende Iskander, Dolans privater Magier, ist in Wahrheit gar nicht Iskander, sondern Rhaida, eine Spezialagentin der Schwarzen Zunft auf geheimer Mission. Rhaida eilt Yara jedoch nicht zur Hilfe und greift nicht in das Geschehen ein, um ihre sorgsam aufrechterhaltene Tarnung nicht zu gefährden. Als Dolan sich schließlich ausgetobt hat, befiehlt er seinem Leibgardisten Gereon, das blutig geprügelte Mädchen irgendwo zu beseitigen und es wie einen tragischen Unfall aussehen zu lassen.

      Susi Sommerwind, niemand Verdächtiges und Pferdezüchterin in Velia, stößt am gleichen Abend auf dem Heimweg auf die bewusstlose Yara, die bloß mit einem dünnen Gewand bekleidet im fest gefrorenen Schlamm liegt. Sie nimmt das verletzte und unterkühlte Mädchen mit und bringt es in einen örtlichen Gemeinschaftsraum, in dem sich regelmäßig einige Bewohner der Hafenstadt treffen. Zusammen mit der in Velia stationierten Walküre Serania kümmert sich Susi um Yaras zahlreiche Verletzungen: das linke Auge ist so geschwollen, das Yara es nicht öffnen und nichts mehr sehen kann, die Nase ist gebrochen und ihre Rippen geprellt, sodass jeder Atemzug höllische Schmerzen bereitet.

      Während Yara im Gemeinschaftsraum aufgepäppelt wird, erpressen unbekannte Männer Waren und Schutzgeld von armen und wehrlosen Bewohnern Velias "für die Mädchen" (Feuerholz, Versicherungs- und Spendengelder, Tageseinnahmen der Händler). Susi und Madame Musou, die allerdings nichts mit diesen Schikanen zu tun hat, schließen sich trotz ihrer Differenzen zusammen und beschließen, etwas gegen Dolan zu unternehmen. Auch die in Velia stationierten Walküren Talasha Odorikage und Teleniel Nesrin Ceos, die von Yaras tragischer Geschichte erfahren, werden aktiv: sie beschlagnahmen die Baja Brago wegen illegaler Sklaverei, befreien drei der an Bord gehaltenen Sklaven und stellen die sonstigen Crewmitglieder unter Hausarrest mit Annehmlichkeiten, bis der Vorfall geklärt ist.

      Madame Musou reist derweil zu Pferd nach Heidel, um sich im Schutze der nächtlichen Dunkelheit mit Rhaida zu treffen und Informationen über Dolan und die Familie Arrántir zu beschaffen. Nachdem sich Rhaida - immer noch in Gestalt des Magiers Iskander kostümiert - endlich zu erkennen gibt, erfährt Madame Musou von ihr, dass Dolans angeheuerte Schergen in Velia ihr Unheil treiben und den Ruf der Möwe mit schädigenden Gerüchten und Taten in den Schmutz ziehen. Außerdem offenbart sich, dass Dolan, der nebenbei für die Schwarze Zunft in Mediah die kostbaren Schwarzsteine schmuggelte, und Jaheem, ein einflussreicher Drahtzieher innerhalb der Schwarzen Zunft für die Region Calpheon, gemeinsame Sache machen. Zusammen zweigen die beiden alten Freunde und Geschäftspartner heimlich Schwarzsteine ab und bestehlen so die Schwarze Zunft, die zwar Verdacht schöpft, aber keine handfesten Beweise gegen beide in der Hand hat. Sylas, ein ambitioniertes und cleveres Mitglied der Schwarzen Zunft, heuerte Rhaida an, um diese belastenden Beweise aufzutreiben und in Jaheems heiß begehrte Fußstapfen zu treten. Als Gegenleistung würde Sylas dafür Sorge tragen, dass die Schwarze Zunft niemals davon erfahren würde, dass Rhaida unfreiwillig für Jaheem hier und da einige Aufträge ausgeführt hatte, die der Schwarzen Zunft schadeten.

      Zurück in Velia angelangt, wird Madame Musou von einer aufgebrachten Susi Sorglos konfrontiert. Männer, die angeblich für die Möwe arbeiten, sollen in der Schatzkiste, dem Geschäft ihrer Adoptivtochter Siriaka, randaliert und der jungen Geschäftsfrau gedroht haben. Madame Musou streitet eine Verwicklung der Möwe ab und reagiert wütend auf die Neuigkeit des alten Saufkopfs und Stammgastes Masanobu, dass Coco seit dem frühen Morgen nicht mehr gesehen und nicht zu einem verabredeten Termin erschienen ist - was ungewöhnlich für die sonst so zuverlässige Eskortdame ist. Es gesellen sich immer mehr Bewohner Velias um die drei, darunter auch die Walküre Talasha, die Schmiedegesellin Tilly Umha und der Schreiber Nihep Ias, die bei der Befreiung von Coco helfen wollen. Glücklicherweise weiß Susi, wo sich Dolans rüpelhafte Schergen aufhalten, und arbeitet einen Angriffsplan aus, der die Anwesenden in zwei Gruppen aufteilt: die, die Coco befreien, und die, die sich Dolan und seine weggelockten Söldner vorknöpfen.

      So kommt es schließlich, dass die bunt zusammengewürfelte Truppe in die Wälder Velias aufbricht, um die von Dolan entführte Coco zu befreien.

      Die Befreiungsgruppe beschließt, sich mit Nihep als Späher in die Höhle zu schleichen, in der Coco festgehalten wird, während Susi und Madame Musou die Schergen mit Dolan und Iskander im Schlepptau zu sich locken und mit zerstörerischer Magie auseinanderpflücken. In der Höhle überrumpeln Nihep und Talasha eine Wache und nehmen ihn fest, während Masanobu und Tilly der betäubten, aber sonst unversehrten Coco auf die Beine helfen. Draußen töten Susi und Madame Musou Dolan und seine angeheuerten Schergen auf brutalste Art und Weise mit Magie. Rhaida, in Gestalt des Magiers Iskander, lüftet kurz vor Dolans letztem qualvollen Atemzug ihre wahre Identität.

      Dolan, blutig geprügelt und dem gewissen Tod ausgeliefert, trumpft jedoch ein letztes Mal auf und offenbart im Gegenzug ein Geheimnis, das es in sich hat:

      Yara ist in Wahrheit Farah, die Tochter von Rhaida und Jaheem, die einer kurzen, aber leidenschaftlichen Affäre zwischen den beiden entsprang. Jaheem riss die bloß wenige Tage alte Farah aus Rhaidas mütterlichen Armen und brachte das Baby in einem schäbigen Waisenhaus in Altinova unter, zu dem er geschäftliche Kontakte pflegte. Das Wohlergehen seiner Tochter interessierte den kaltherzigen Mann nicht, aber sie war ein sehr nützliches Werkzeug, um Rhaida zur Erfüllung dubioser Aufträge zu zwingen, welche die Schwarzen Zunft nicht gutheißen würde. Als die Zustände im Waisenhaus über die Jahre hinweg immer schlimmer wurden und einige Kinder an Krankheiten und den Folgen körperlicher Misshandlung starben, beauftrage Jaheem seinen alten Freund und Geschäftspartner Dolan damit, die siebenjährige Yara aus dem Waisenhaus zu holen. Als Gegenleistung durfte Dolan die Kleine als Sklavin bei sich beschäftigen.

      Als die Gefahr gebannt ist und Dolan mitsamt Anhang das Zeitliche segnet, beseitigt Madame Musou die Leichen.

      Zurück in Velia tratschen die Hafenbewohner über skurrile Wetterphänomene, die an jenem Tage über dem Waldgebiet gesichtet worden sind. Yara zieht mit Hilfe von Susi und Siriaka zu der Familie Ferres und Talasha hört sich nach Möglichkeiten um, die drei befreiten Sklaven unterzubringen und ihnen eine Arbeit zu beschaffen. Rhaida beschließt dagegen, ihrer wiedergefundenen Tochter vorerst nicht zu sagen, dass sie ihre Mutter ist. Zuerst muss Jaheem außer Gefecht gesetzt werden, um Yaras Sicherheit zu gewährleisten.
      Noot noot!
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