Nassarias Tagebuch: eine Reise nach Drieghan und zurück

    • Nassarias Tagebuch: eine Reise nach Drieghan und zurück

      Tag 1: Velia - Glisch


      Betrunken, unausgeschlafen, aber noch immer total nervig: meine Mama. Dabei habe ich gestern den ganzen Tag damit zugebracht, ihr zu helfen, das Essen für den Abend vorzubereiten, eine Feier, bei der ich dann nicht mal dabei sein durfte. Das Helfen hat mir nichts ausgemacht, aber ich dachte, dass ich mir damit dann diese dämliche Aufgabe – ja, Mama, falls du das liest, es ist eine total nervige und dämliche und bescheuerte Aufgabe – zu erledigen: ein Reisetagebuch.

      Wo bin ich stehengeblieben. Ach ja, ich sitze hier im Wagen und Mama lümmelt ein Stückchen weiter auf Tomoya, die Augen kann sie kaum offenhalten. Ich schon und ich würde viel lieber die Landschaft ansehen, ich meine dafür sind Reisen da. Aber stattdessen muss ich auf das Papier dieser Seiten starren und Worte draufkritzeln. Beim Fahren nicht mal so einfach. Wir sind eben durch Heidel hindurch und kommen bald in Glisch an. Also bald in ein paar Stunden oder so. Ich denke, ich habe alles mit und bisher ist niemand verletzt oder gestorben – glaube ich. Siri nervt, sie redet ständig. Ende.
      "Japan ist ein wenig so wie Österreich: da hast du erstens das Meer..." 8o
    • Tag 2: Glisch – Mitten im Nirgendwo


      Was für ein Tag. Zuerst wollte ich im Zelt schreiben, aber Mama sieht mich dabei so an, dass ich nicht schreiben kann. Wir sind heute in Glisch aufgebrochen und wollten zu einem Holzfällerlager. Wegen unzureichender Planung haben wir es aber nicht geschafft und sind jetzt irgendwo im Nirgendwo eingeschneit. Wie auch immer, es ist ganz in Ordnung hier und das Essen war gut für die Mittel, die uns zur Verfügung standen. Schon lange nicht mehr so frisches Fleisch gehabt.

      Ich habe allerdings ein anderes Problem. Ich habe Talasha versprochen, Tabea mal auf ein Abenteuer mitzunehmen. Würde ich gerne machen, aber dieses Mädchen… sie wehrt sich gegen jegliche Aufregung. Ich muss mir wohl irgendetwas einfallen lassen, wie ich ein Abenteuer zu ihr bringe. Oder ich muss sie zuerst mit ausreichend Alkohol abfüllen. Irgendetwas wir mir einfallen.
      "Japan ist ein wenig so wie Österreich: da hast du erstens das Meer..." 8o
    • Tag 3: Mitten im Nirgendwo – Holzfällerlager Dormann


      Und schon wieder ist ein Tag um. Wir haben heute so etwas wie Zivilisation erreicht. Sofern man Holzfäller als Zivilisation bezeichnen kann. Manche haben uns echt komisch angesehen und die meisten reden auch nicht viel oder gar nichts. Sind wohl ziemlich mürrisch.

      Der alte Seebär Oni entwickelt sich zu einem brauchbaren Koch. Und Mama hat tatsächlich einen Bettschlafplatz von Siri abgekauft – ich dachte nicht, dass sie so verweichlicht ist. Oder sie wollte unbedingt bei Minuial schlafen, die wiederum den Platz von Kanade geschenkt bekommen hat. Ich frage mich, für was wir überhaupt gelost haben. Naja, ich sitze gerade hier mit Kanade, die mir ständig beim Schreiben über die Schulter schaut – kann sie mittlerweile meine Schrift lesen? Kanade, liest du das? Sie kann es! – Jedenfalls sitzen wir hier auf einem der beiden Wagen und behalten die Ausrüstung im Auge. Ich habe mich auf die Kiste mit dem Gold gesetzt. Es wird saukalt in der Nacht, aber zum Glück wissen wir beide, wie man sich helfen kann, sodass die Kleidung ordentlich wärmt. Und wir kochen immer wieder frischen Tee mit R.

      Ansonsten war der heutige Tag nicht sehr aufregend. Ein paar Leute sind in den Wald gegangen um eine Katze zu suchen und ich glaube, es gab auch etwas Streit vor dem Abendessen. Ich habe mich da rausgehalten. Tabea hat sich wieder vor allem gedrückt, was aufregend sein könnte. So, das muss reichen, ich werde mich wieder mit Kanade unterhalten. Macht mehr Spaß als so einen Blödsinn schreiben zu müssen.
      "Japan ist ein wenig so wie Österreich: da hast du erstens das Meer..." 8o
    • Tag 4: Holzfällerlager Dormann


      Alles doof. Während Kanade und ich in der Nacht die Sachen bewacht haben, wurden wir von Harry und Lenny angesprochen. Zwei gutaussehende Holzfällerjungs. Sie wollten, dass wir mit ihnen etwas feiern gehen, aber wir konnten nicht weg. Das war alles gelogen, eigentlich haben sie uns nur abgelenkt, damit andere Sachen klauen können. Die Werkzeugkiste und das Bierfass wurden entwendet. Da waren alle ziemlich sauer auf uns. Zum Glück ist die Werkzeugkiste wieder aufgetaucht und Dormann ersetzt uns das Bier. Aber wir haben deswegen einen ganzen Tag verloren, da wir noch hier bleiben. Ich bin müde!


      Tag 5: Holzfällerlager Dormann – Irgendwo unter einem Schrein


      Heute sind wir weitergereist. Ich glaube, alle waren froh, das Holzfällerlager zu verlassen. Leider habe ich Harry nicht mehr gesehen, aber seine Axt habe ich noch, die hat er bei mir vergessen. Mal sehen, wie gut er ohne sie arbeiten kann. Wir haben ein gutes Stück zurückgelegt und lagern jetzt auf einer Wiese etwas unter einem Schrein. Es ist nicht sonderlich spannend hier, aber das ist schon okay. Die Laune der Leute scheint zumindest wieder etwas besser zu sein. Da kommt gerade jemand, ich glaube ein Einheimischer…


      Tag 6: Irgendwo unter einem Schrein


      Kein Bock.


      Tag 7: Irgendwo unter einem Schrein – Unter dem Nachtkrähenposten


      Wir waren gestern bei einer Höhle mit heißen Quellen. Kanade hat Minu den Rücken gewaschen. Sie ist irgendwie die ganze Zeit um Minu herum gewesen. Ich meine, ist ja schön und gut, aber wir verbringen mehrere Wochen zusammen, also wird sie Minu mehrere Wochen lang täglich sehen, da kann sie ihre Verehrerei auch mal etwas zurückfahren. Anstatt dass wir im Wasser gespielt haben oder irgendwas Lustiges gemacht haben, ist nichts passiert. Wenigstens habe ich mich mit Yuuki unterhalten können. Wir gehen jetzt gleich hinauf zu dem Posten der Nachtkrähen. Ich bin schon neugierig, wie es in so einem Militärlager aussieht.


      Tag 8: Unter dem Nachtkrähenposten


      Wir waren beim Nachtkrähenposten. Es war furchtbar. Minu, Talasha, Yuuki und Lizza waren auch mit. Lizza kann sich wenigstens benehmen, aber die anderen sind wie ein Sack voll Flöhe. Mich wundert es wirklich, dass wir nicht rausgeworfen wurden. Ich hätte nicht mitgehen sollen.
      Heute war es wieder besser. Ich habe mit Talashas Hilfe einen Adler abgeschossen. Der hat ganz gut geschmeckt. Und seine Augen, sein Herz und seine Federn wurden auch verwertet. Die ersten zwei Sachen von Kanade – ich will gar nicht wissen, was sie damit macht – letzteres von Yuuki. Da muss ich herausfinden, was sie damit macht. Zumindest ist Kanade heute nicht ständig um Minu herumgeschlichen.
      "Japan ist ein wenig so wie Österreich: da hast du erstens das Meer..." 8o
    • Tag 9: Unter dem Nachtkrähenposten – Mitten im Nirgendwo beim windigen Gipfel


      Yuuki kann ganz schön anstrengend sein. Wir sind zum Posten auf den windigen Gipfel gestiegen, doch das ist nicht ganz oben. Yuuki ist weiter rauf geklettert, ich wollte zuerst auch, aber Minu hat mich dann davon abgehalten. Das wiederum hat Yuuki so verstanden, dass ich Angst davor habe. So ein Blödsinn! Das versuchte ich ihr zu erklären, aber sie kapierte es einfach nicht, dass man manchmal das geringe Übel wählt – in diesem Fall nicht raufklettern –, um das größere Übel – in diesem Fall Ärger mit Minu, Ärger mit Mama, Ärger mit wer immer noch dazu aufspringt – zu vermeiden. Am Ende ging sie weg. Ich habe sie nochmals zur Rede gestellt, aber da war sie nur noch trotzig und meinte, ich habe Recht, sie nicht. Aber es war eindeutig, dass sie das nur so dahingesagt hat. Ich war dadurch auch etwa genervt und bin schon ein Stück vorausgegangen und hab mich dann hingesetzt, um auf die anderen zu warten. Ein fast weißer Fuchs hat sich an mich rangeschlichen, weil ich noch Trockenfleisch eingesteckt hatte. Das hab ich ihm gegeben.


      Tag 10: Mitten im Nirgendwo beim windigen Gipfel – Höhle bei der Quelle der Herkunft


      Mama hat mich mit ihrem Gebrüll geweckt. Sie ist aus dem Zelt gestolpert. In ihrem Alter sollte man halt zuerst wach werden und dann aufstehen und nicht umgekehrt. Wir sind dann gleich aufgebrochen. Ich glaube, der Fuchs verfolgt uns. Oder ich sehe Gespenster. Oder beides. Warum schreibe ich sowas überhaupt? Naja, wir sind den ganzen Tag gereist und haben dann eine Höhle zum Lagern gefunden. Dort waren ein paar Händler, die uns recht freundlich empfangen haben. Gab mal wirklich gutes Essen. Yakfleisch gegrillt. Naja, nicht so gut wie Lizzas Fische.


      Tag 11: Höhle bei der Quelle der Herkunft


      Ein paar Leute sind aufgebrochen, um die Statue, die Nekropole zu sehen. Ich nicht, kein Bock da raufzugehen, wir sind eh schon ständig unterwegs. Und außerdem ist das Ding so groß, da brauch ich nicht noch näher dran, weil dann erkennt man eh nichts mehr.

      Nachtrag: der Fuchs ist gefolgt und hat jetzt einen Namen: Tiki. Weil er sich ständig kratzte und die Krallen dabei tickten. Hat noch etwas Fleisch bekommen. Mal sehen, wie weit er noch mitgeht oder wann es den ersten Streit mit einem der anderen Begleittiere gibt.

      Nachtrag zwei: okay, Mama und Aurelia sind zurück und ich bin aus dem Zelt geflüchtet. Mama massiert Aurelia die Füße, aber das… ich will das weder sehen noch hören, also bin ich raus aus dem Zelt. Mal sehen, was Kanade anstellt.
      "Japan ist ein wenig so wie Österreich: da hast du erstens das Meer..." 8o
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