Nassarias Tagebuch: eine Reise nach Drieghan und zurück

    • Nassarias Tagebuch: eine Reise nach Drieghan und zurück

      Tag 1: Velia - Glisch


      Betrunken, unausgeschlafen, aber noch immer total nervig: meine Mama. Dabei habe ich gestern den ganzen Tag damit zugebracht, ihr zu helfen, das Essen für den Abend vorzubereiten, eine Feier, bei der ich dann nicht mal dabei sein durfte. Das Helfen hat mir nichts ausgemacht, aber ich dachte, dass ich mir damit dann diese dämliche Aufgabe – ja, Mama, falls du das liest, es ist eine total nervige und dämliche und bescheuerte Aufgabe – zu erledigen: ein Reisetagebuch.

      Wo bin ich stehengeblieben. Ach ja, ich sitze hier im Wagen und Mama lümmelt ein Stückchen weiter auf Tomoya, die Augen kann sie kaum offenhalten. Ich schon und ich würde viel lieber die Landschaft ansehen, ich meine dafür sind Reisen da. Aber stattdessen muss ich auf das Papier dieser Seiten starren und Worte draufkritzeln. Beim Fahren nicht mal so einfach. Wir sind eben durch Heidel hindurch und kommen bald in Glisch an. Also bald in ein paar Stunden oder so. Ich denke, ich habe alles mit und bisher ist niemand verletzt oder gestorben – glaube ich. Siri nervt, sie redet ständig. Ende.
      "Japan ist ein wenig so wie Österreich: da hast du erstens das Meer..." 8o
    • Tag 2: Glisch – Mitten im Nirgendwo


      Was für ein Tag. Zuerst wollte ich im Zelt schreiben, aber Mama sieht mich dabei so an, dass ich nicht schreiben kann. Wir sind heute in Glisch aufgebrochen und wollten zu einem Holzfällerlager. Wegen unzureichender Planung haben wir es aber nicht geschafft und sind jetzt irgendwo im Nirgendwo eingeschneit. Wie auch immer, es ist ganz in Ordnung hier und das Essen war gut für die Mittel, die uns zur Verfügung standen. Schon lange nicht mehr so frisches Fleisch gehabt.

      Ich habe allerdings ein anderes Problem. Ich habe Talasha versprochen, Tabea mal auf ein Abenteuer mitzunehmen. Würde ich gerne machen, aber dieses Mädchen… sie wehrt sich gegen jegliche Aufregung. Ich muss mir wohl irgendetwas einfallen lassen, wie ich ein Abenteuer zu ihr bringe. Oder ich muss sie zuerst mit ausreichend Alkohol abfüllen. Irgendetwas wir mir einfallen.
      "Japan ist ein wenig so wie Österreich: da hast du erstens das Meer..." 8o
    • Tag 3: Mitten im Nirgendwo – Holzfällerlager Dormann


      Und schon wieder ist ein Tag um. Wir haben heute so etwas wie Zivilisation erreicht. Sofern man Holzfäller als Zivilisation bezeichnen kann. Manche haben uns echt komisch angesehen und die meisten reden auch nicht viel oder gar nichts. Sind wohl ziemlich mürrisch.

      Der alte Seebär Oni entwickelt sich zu einem brauchbaren Koch. Und Mama hat tatsächlich einen Bettschlafplatz von Siri abgekauft – ich dachte nicht, dass sie so verweichlicht ist. Oder sie wollte unbedingt bei Minuial schlafen, die wiederum den Platz von Kanade geschenkt bekommen hat. Ich frage mich, für was wir überhaupt gelost haben. Naja, ich sitze gerade hier mit Kanade, die mir ständig beim Schreiben über die Schulter schaut – kann sie mittlerweile meine Schrift lesen? Kanade, liest du das? Sie kann es! – Jedenfalls sitzen wir hier auf einem der beiden Wagen und behalten die Ausrüstung im Auge. Ich habe mich auf die Kiste mit dem Gold gesetzt. Es wird saukalt in der Nacht, aber zum Glück wissen wir beide, wie man sich helfen kann, sodass die Kleidung ordentlich wärmt. Und wir kochen immer wieder frischen Tee mit R.

      Ansonsten war der heutige Tag nicht sehr aufregend. Ein paar Leute sind in den Wald gegangen um eine Katze zu suchen und ich glaube, es gab auch etwas Streit vor dem Abendessen. Ich habe mich da rausgehalten. Tabea hat sich wieder vor allem gedrückt, was aufregend sein könnte. So, das muss reichen, ich werde mich wieder mit Kanade unterhalten. Macht mehr Spaß als so einen Blödsinn schreiben zu müssen.
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    • Tag 4: Holzfällerlager Dormann


      Alles doof. Während Kanade und ich in der Nacht die Sachen bewacht haben, wurden wir von Harry und Lenny angesprochen. Zwei gutaussehende Holzfällerjungs. Sie wollten, dass wir mit ihnen etwas feiern gehen, aber wir konnten nicht weg. Das war alles gelogen, eigentlich haben sie uns nur abgelenkt, damit andere Sachen klauen können. Die Werkzeugkiste und das Bierfass wurden entwendet. Da waren alle ziemlich sauer auf uns. Zum Glück ist die Werkzeugkiste wieder aufgetaucht und Dormann ersetzt uns das Bier. Aber wir haben deswegen einen ganzen Tag verloren, da wir noch hier bleiben. Ich bin müde!


      Tag 5: Holzfällerlager Dormann – Irgendwo unter einem Schrein


      Heute sind wir weitergereist. Ich glaube, alle waren froh, das Holzfällerlager zu verlassen. Leider habe ich Harry nicht mehr gesehen, aber seine Axt habe ich noch, die hat er bei mir vergessen. Mal sehen, wie gut er ohne sie arbeiten kann. Wir haben ein gutes Stück zurückgelegt und lagern jetzt auf einer Wiese etwas unter einem Schrein. Es ist nicht sonderlich spannend hier, aber das ist schon okay. Die Laune der Leute scheint zumindest wieder etwas besser zu sein. Da kommt gerade jemand, ich glaube ein Einheimischer…


      Tag 6: Irgendwo unter einem Schrein


      Kein Bock.


      Tag 7: Irgendwo unter einem Schrein – Unter dem Nachtkrähenposten


      Wir waren gestern bei einer Höhle mit heißen Quellen. Kanade hat Minu den Rücken gewaschen. Sie ist irgendwie die ganze Zeit um Minu herum gewesen. Ich meine, ist ja schön und gut, aber wir verbringen mehrere Wochen zusammen, also wird sie Minu mehrere Wochen lang täglich sehen, da kann sie ihre Verehrerei auch mal etwas zurückfahren. Anstatt dass wir im Wasser gespielt haben oder irgendwas Lustiges gemacht haben, ist nichts passiert. Wenigstens habe ich mich mit Yuuki unterhalten können. Wir gehen jetzt gleich hinauf zu dem Posten der Nachtkrähen. Ich bin schon neugierig, wie es in so einem Militärlager aussieht.


      Tag 8: Unter dem Nachtkrähenposten


      Wir waren beim Nachtkrähenposten. Es war furchtbar. Minu, Talasha, Yuuki und Lizza waren auch mit. Lizza kann sich wenigstens benehmen, aber die anderen sind wie ein Sack voll Flöhe. Mich wundert es wirklich, dass wir nicht rausgeworfen wurden. Ich hätte nicht mitgehen sollen.
      Heute war es wieder besser. Ich habe mit Talashas Hilfe einen Adler abgeschossen. Der hat ganz gut geschmeckt. Und seine Augen, sein Herz und seine Federn wurden auch verwertet. Die ersten zwei Sachen von Kanade – ich will gar nicht wissen, was sie damit macht – letzteres von Yuuki. Da muss ich herausfinden, was sie damit macht. Zumindest ist Kanade heute nicht ständig um Minu herumgeschlichen.
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    • Tag 9: Unter dem Nachtkrähenposten – Mitten im Nirgendwo beim windigen Gipfel


      Yuuki kann ganz schön anstrengend sein. Wir sind zum Posten auf den windigen Gipfel gestiegen, doch das ist nicht ganz oben. Yuuki ist weiter rauf geklettert, ich wollte zuerst auch, aber Minu hat mich dann davon abgehalten. Das wiederum hat Yuuki so verstanden, dass ich Angst davor habe. So ein Blödsinn! Das versuchte ich ihr zu erklären, aber sie kapierte es einfach nicht, dass man manchmal das geringe Übel wählt – in diesem Fall nicht raufklettern –, um das größere Übel – in diesem Fall Ärger mit Minu, Ärger mit Mama, Ärger mit wer immer noch dazu aufspringt – zu vermeiden. Am Ende ging sie weg. Ich habe sie nochmals zur Rede gestellt, aber da war sie nur noch trotzig und meinte, ich habe Recht, sie nicht. Aber es war eindeutig, dass sie das nur so dahingesagt hat. Ich war dadurch auch etwa genervt und bin schon ein Stück vorausgegangen und hab mich dann hingesetzt, um auf die anderen zu warten. Ein fast weißer Fuchs hat sich an mich rangeschlichen, weil ich noch Trockenfleisch eingesteckt hatte. Das hab ich ihm gegeben.


      Tag 10: Mitten im Nirgendwo beim windigen Gipfel – Höhle bei der Quelle der Herkunft


      Mama hat mich mit ihrem Gebrüll geweckt. Sie ist aus dem Zelt gestolpert. In ihrem Alter sollte man halt zuerst wach werden und dann aufstehen und nicht umgekehrt. Wir sind dann gleich aufgebrochen. Ich glaube, der Fuchs verfolgt uns. Oder ich sehe Gespenster. Oder beides. Warum schreibe ich sowas überhaupt? Naja, wir sind den ganzen Tag gereist und haben dann eine Höhle zum Lagern gefunden. Dort waren ein paar Händler, die uns recht freundlich empfangen haben. Gab mal wirklich gutes Essen. Yakfleisch gegrillt. Naja, nicht so gut wie Lizzas Fische.


      Tag 11: Höhle bei der Quelle der Herkunft


      Ein paar Leute sind aufgebrochen, um die Statue, die Nekropole zu sehen. Ich nicht, kein Bock da raufzugehen, wir sind eh schon ständig unterwegs. Und außerdem ist das Ding so groß, da brauch ich nicht noch näher dran, weil dann erkennt man eh nichts mehr.

      Nachtrag: der Fuchs ist gefolgt und hat jetzt einen Namen: Tiki. Weil er sich ständig kratzte und die Krallen dabei tickten. Hat noch etwas Fleisch bekommen. Mal sehen, wie weit er noch mitgeht oder wann es den ersten Streit mit einem der anderen Begleittiere gibt.

      Nachtrag zwei: okay, Mama und Aurelia sind zurück und ich bin aus dem Zelt geflüchtet. Mama massiert Aurelia die Füße, aber das… ich will das weder sehen noch hören, also bin ich raus aus dem Zelt. Mal sehen, was Kanade anstellt.
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    • Tag 12: Höhle bei der Quelle der Herkunft – Doroterhügel


      Mama ist unfähig, ein Zelt auf einem steinigen Untergrund aufzustellen. Natürlich ist genau unter meiner Schlafmatte ein spitzer Stein und einer der Heringe war locker. Ich war mit Minu und Talasha auf einer Aussichtsplattform, dann kam Yuuki dazu. Minu hat – nach einigen Überredungsversuchen – erzählt, dass die Gegend nach Chenga Doroter benannt ist. Und dass die neunundneunzig Kinder hatte. Da e zwei dieser Zügel gibt und diese Doroter wohl ziemlich fruchtbar war, kam wohl jemand auf die Idee, sie so zu nennen. Wohl eine Anspielung auf Doroters Busen. Da bringt mich die Nekropole auch auf Gedanken…


      Tag 13: Doroterbusen – Akumgebirge


      Vor uns liegt eine natürliche Steinbrücke, die mit dem Wagen nicht befahrbar ist. Wir haben nach einer Lösung gesucht. Ich hatte eine gute Idee, aber mir hört ja keiner zu. Ich schreibe sie auch nicht auf, weil ich nicht weiß, wer das Tagebuch so alles liest.


      Tag 14: Akumgebirge – Elfenlager


      Scheinbar hat mir doch jemand zugehört. Wir haben die Wagen abgeseilt, wie ich es mir vorgestellt habe. Klappte auch gut. Minu macht sich wohl darüber lustig, warum wir sie nicht gefragt haben, dass sie die Wagen transportiert. Fand sie dann wohl nicht mehr so lustig, dass wir es auch ohne sie schafften. Tiki verfolgt mich!


      Tag 15: Elfenlager


      Ha! Ich habe Hosiya wieder getroffen. Von dieser Elfe ist mein Bogen. Ich habe ganz vergessen, wie riesig sie ist. Hab eine Weile mit ihr gesprochen, sie hat mir auch erzählt, wie sich Minu mit den Ferris gestritten hat. Und eine Menge anderer Sachen, die niemanden was angehen. Sie fand meine Eingebung zur Nekropole auch ganz witzig. Schade, dass sie nicht weiter mitkommen kann, aber sie hat versprochen, in einigen Wochen mal ein paar Tage nach Velia zu kommen. Zum Essen gab es heute Fischsuppe. War nicht so schlecht, trotzdem blutet mir das Herz, was man aus dem guten Fisch gemacht hat.
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    • Tag 16: Elfenlager – Anderes Lager


      Das Wetter meint es heute nicht so gut mit uns. Es regnete, aber der Boden war gefroren und somit kam es zu Glatteis. Mich hat’s einmal der Länge nach hingelegt, hat zum Glück niemand bemerkt. Angeblich sollte es noch schlimmer werden.




      Tag 17: Anderes Lager


      Vorhin haben Kanade, Talasha, Tabea, Yuuki und ich uns unterhalten oder so in der Art. Ich weiß, dass Kanade Tabea nicht sonderlich leiden kann oder besser gesagt, sie findet sie einfach total langweilig, aber ihr das ständig zu sagen und sie darum zu ärgern ist nicht richtig. Das kann man mal machen, aber ständig ist fies. Wir haben Tabea dann ein paar von Yumekos Keksen zugejubelt, damit sie mal etwas lockerer wird. Hat geklappt, aber da Talasha wie ein Wachhund bei ihr stand, hat sich das Ganze bis auf ein paar lustige Äußerungen nicht wirklich entwickelt. Ich denke, ich muss da mal die Gelegenheit ergreifen, wenn Talasha sich mit jemand anders beschäftigt. Ich glaube, Talasha wird ein Bisschen zu Tabeas Problem. Also kein ernsthaftes Problem und Talasha kümmert sich wirklich um sie, aber sie blockiert irgendwie unabsichtlich, dass sich Tabea frei entfalten kann und manchmal ist sie zu doof, um festzustellen, was Tabea gerade von ihr will. Ich habe absolut keine Ahnung, was man dagegen tun kann. Yuuki war im Laufe des Abends auch nochmals für einige Momente angefressen, weil es wieder eine Meinungsverschiedenheit gab, aber immerhin kam sie rasch darüber hinweg.




      Tag 18: Anderes Lager – Irgendwo


      Nein.



      Tag 20: Irgendwo – Duvencrune


      Wir sind in der Stadt angekommen. Yuuki ist lustig, denn sie mag scheinbar keine vollen Straßen. Erinnert mich so gar nicht an mich. Aber ich bin darüber hinweggekommen, also wird sie es wohl auch schaffen. Zumindest hilft es ihr, wenn man ihr den Rücken freihält. Sie, Kanade, Talasha und ich sind eigentlich aufgebrochen, um den Bädern einen Besuch abzustatten, aber unterwegs sind wir von einer Einheimischen angesprochen worden. Oder einer, die sich hier gut auskennt. Den Anfang habe ich nicht so mitbekommen. Ich glaube, die war fast genausogroß wie Hosiya, aber keine Elfe. Ich frage mich, wie die das machen. Sie meinte Fleisch essen, aber das tu ich auch. Manchmal ist das Leben einfach ungerecht.
      Wobei ich später den Eindruck habe, dass Kanade sich das auch denkt. Im Bad hat sie Talasha und Yuuki ein paar entsprechende Blicke zugeworfen. Dabei finde ich, dass es ihr nicht stehen würde, wenn sie auch so einen großen Vorbau hätte. Da passen dann die Proportionen nicht mehr. Ich habe aber nichts gesagt, außerdem ging es dann zwischen ihr und Talasha schon wieder wegen Tabea los. Und sie scheint auch nicht sonderlich davon begeistert gewesen zu sein, dass ich mich mit Yuuki unterhalten habe, statt mit ihr. Aber letztens hat sie sich auch verhalten, als wenn sie an Minu festgekettet wäre. Manchmal ist sie wirklich schwierig.



      Tag 21: Duvencrune


      Heute hat sich alles ein wenig aufgeteilt. Siri ist von Yuuki zum Abendessen eingeladen worden, Talasha ist mit Tabea losgezogen und ich war mit Mama und Tante Aurelia in der Stadt. Wir haben zu Mittag gut gegessen und Mama hat mir gezeigt, dass sie für uns eine bessere Unterkunft organisiert hätte, diese nur blöderweise noch nicht fertig war. Aber morgen können wir dort einziehen. Sie meinte, dass sie das getan hat, um Minus Laune ein wenig zu verbessern und auch unseren Aufenthalt in der Stadt angenehmer zu machen. Kanade war mit Yumeko unterwegs, soweit ich weiß und der Rest hat sich auch irgendwie beschäftigt. Nach dem Essen bin ich dann allerdings alleine los und habe ein Bild gemalt. Das ist mir ganz gut gelungen, glaube ich. Ich hab’s, wie gestern versprochen, auch Yuuki gezeigt, ihr hat es auch gefallen und sie meinte, ich sollte dem weiter nachgehen. Das will ich auch. Ich muss mal versuchen, ob ich auch Leute malen kann, vielleicht stellt sich ja jemand zum Üben zur Verfügung. Kanade will ich nicht fragen, die findet das sicher auch bloß langweilig.
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    • Tag 22: Duvencrune


      Mama sagt, wenn ich alle rund um mich herum für verrückt halte, sollte ich eher mal überlegen, ob nicht ich verrückt bin. Sehr nett! Ich weiß, dass ich ein Bisschen verrückt bin, aber anders. Was mich überhaupt dazu brachte, mit ihr darüber zu reden? Minu und Yuuki, Kanade und Tabea, Yuuki und Minu. Zu Kanade und Tabea habe ich ja schon geschrieben. Bisher ist zumindest nichts weiter eskaliert. Yuuki und Minu hingegen sind furchtbar. Also einzeln nicht, aber zusammen. Yuuki scheint wohl hier und da zuerst reden oder handeln und dann denken und wenn es dabei irgendwie Minu trifft, dann tritt die verbal (das Wort musste ich jetzt nachfragen) aus, wie ein Pferd, dass man von hinten schreckt. Ich habe den beiden vorhin gesagt, dass sie sich aufführen, wie Kleinkinder. Eigenartigerweise hat Minu mir daraufhin zugestimmt. Ich hoffe, die Waffenruhe hält und das Ganze war nicht nur dafür, damit ich still bleibe. Ich werde es eh erleben. Bevor es zwischen den beiden richtig krachte, hatte ich mit Yuuki eine Wette abgeschlossen. Sie war richtig naiv.


      Tag 23: Duvencrune


      Habe am Vormittag Yuuki gemalen. Ich habe ja geschrieben, dass ich mal Personen malen will und sie hatte sich angeboten. Ich glaube, es ist mir ziemlich gut gelungen. Allerdings hat es wirklich lang gedauert. Ich werde viel üben müssen, damit ich schneller werde. Dann kann ich auch Kanade mal malen, ohne dass sie zu lange warten muss. Anschließend waren wir bei einem Bergsee und ich habe die Wette gewonnen. Sie meinte, ich halte es keine fünfzehn Sekunden im kalten Wasser aus. Ich habe gestern noch eine zweite Wette über eine Minute abgeschlossen und gewonnen. Jetzt ist Yuuki für den Rest der Reise meine Dienerin. Ich muss mir noch überlegen, was sie für mich machen sollte. Aber das mit der Minute war dann doch erstaunlich knapp. Der See war richtig, richtig kalt. Später gehe ich dann wieder zu den heißen Quellen. Zwar habe ich mich anwärmen können, aber die innere Kälte ist geblieben. Minu bin ich heute ein wenig aus dem Weg gegangen. Vielleicht sie auch mir?
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    • Tag 24: Duvencrune


      Heute ist nicht viel passiert. Wohl, ich habe etwas Interessantes erfahren und einen Auftrag über eine Zeichnung von Yuuki bekommen. Mal sehen, ob ich es schaffe, Wölfe zu zeichnen. Glücklicherweise habe ich in den Tagen der Reise ja hin und wieder einen gesehen. Dachte nicht, dass ich mal froh über einen Wolf in der Reisegesellschaft bin. Apropos mitreisende Tiere, wenn ich mich nicht irre, streunt Tiki tatsächlich in der Nähe der Stadt rum. Kann aber auch sein, dass es ein anderes Tier war. Auf die Entfernung nicht so leicht zu sagen.


      Tag 25: Duvencrune

      [Der Eintrag wurde aus dem Tagebuch gerissen und an anderer Stelle aufbewahrt und kann nur gelesen werden, wenn man Nassarias Sachen durchwühlt und es darauf anlegt, ihn zu lesen]

      Ich glaube, ich werde wahnsinnig. Ich hab ja Talasha versprochen, naja, eher angekündigt, dass ich Tabea demnächst abfülle und ihr was auf den Körper male. Das habe ich vor ein paar Stunden auch gemacht. War ganz lustig. Eigentlich wollte ich das mit Kanade gemeinsam machen, aber die ist ja dermaßen biestig zu Tabea, dass ich wirklich ein schlechtes Gewissen dabei hätte. Und mit Yuuki und ihr war möglicherweise auch was. Yuuki hat einen mürrischen Abgang gemacht und Kanade meinte, dass sie was gefragt hätte, das ihr nicht geschmeckt hat. Wahrscheinlich führte das dann dazu, aber da werde ich beizeiten mal bei Yuuki nachfragen. Und warum werde ich wahnsinnig? Weil gefühlt alle, mit denen ich mehr zu tun habe, irgendwie miteinander streiten anfangen oder zumindest irgendwie sauer aufeinander sind.
      Ich habe daraufhin versucht zu ergründen warum Kanade momentan so ist, wie sie ist und sie meinte, dass es ihr bloß Spaß macht, Tabea zu ärgern. Irgendwie kann ich es nicht so ganz glauben. Vielleicht ist sie etwas eifersüchtig, weil ich auch Zeit mit Tabea und Yuuki verbringe? Aber ich verbringe sonst auch Zeit mit Mama, mit Serania mit Minu und das ist kein Problem. Gesagt oder zugegeben, falls es stimmt, hat sie nicht.

      Statt zu schlafen habe ich die letzten drei Stunden damit zugebracht, nachzudenken, was wirklich los sein könnte, aber keine zufriedenstellende Antwort erdenken können. Vielleicht hilft es, wenn ich mich ein wenig mehr ihr zuwende. Immerhin ist es schon eine ganze Weile her, als sie mir offenbart hat, dass sie mit mir ihr erstes Mal haben will und vielleicht befürchtet sie einfach, dass es nie passieren wird. Zwar hat sich meine Einstellung dazu nicht geändert, aber nachdem ich ihr heute schon einen Vortrag darüber gehalten habe, dass man für Freunde auch mal was opfert, werde ich wohl auch mal für sie über meinen Schatten springen müssen. Hoffentlich bringt das dann mehr Ruhe. Und hoffentlich bekommt Mama das nicht mit…
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    • Tag 26: Duvencrune


      Ich habe viel Zeit im Bett gebracht, nachdem ich in der Nacht wenig Zeit dort verbracht habe. Es hat geschneit. Später bin ich mit Kanade raus und wir haben ein Bisschen im Schnee gespielt. Die anderen scheinen viel mehr Spaß gehabt zu haben, die waren mit einem Teppich unterwegs, auf dem sie über Hänge runtergerutscht sind. Da haben wir wohl was verpasst.


      Tag 27: Duvencrune


      Muss nachdenken.


      Tag 28: Duvencrune


      Ich habe mir einen Tunnel im Schnee gegraben. Zuerst nur, weil ich was tun wollte, dann hat das sogar richtig Spaß gemacht und ich habe weiter und weiter gegraben. Leider ist irgendwann die Schneedecke zusammengebrochen und mein Tunnel eingestürzt. Wobei es gar nicht so viel unterschied macht, wenn man draußen wohin sieht, ist sowieso alles grau in grau. Ich bin mit dem Nachdenken fertig und ich denke, ich ziehe meinen Plan durch, ohne fremder Hilfe. Jetzt brauche ich allerdings eine passende Gelegenheit.
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    • Tag 29: Duvencrune


      Nichts neues.


      Tag 30: Duvencrune


      Okay, der gestrige Tag hat dann doch noch etwas gebracht. Vor allem eine lange Nacht und wieder mal Ärger mit Minu. Ich begreife sie wirklich nicht mehr. Wir, also sie, Tante Aurelia, Yuuki, Talasha und ich haben uns auf der Straße getroffen und sie hat dann vorgeschlagen, in der Taverne gegenüber der Unterkunft etwas zu spielen. Wir haben eingestimmt, wollten aber im Haus spielen und schon war sie wieder sauer. Denn, wie sich später, als schon wieder alles zu spät war, herausgestellt hatte, ging es ihr darum, in die Taverne zu gehen und nicht um zu spielen. Oder sagen wir so, es ging ihr mehr darum in diese Taverne zu gehen und weniger darum, zu spielen. Warum, bei alles in der Welt, ist sie nicht in der Lage, das zu sagen. Aber natürlich sind wir die Blöden, die natürlich immer alles so tun wollen, wie sie es nicht will.
      Hat sich dann wieder etwas eingependelt, als wir zu spielen begonnen haben, aber es hat nicht lange gedauert, hat ihr schon wieder was nicht gepasst. Ich – habe – keine – Lust – mehr – darauf. Soll sie doch verdammt nochmal kapieren, dass sie auch sagen muss, was sie will. Aber ich denke, es ist eh egal, denn in ihren Augen ist eh alles schlecht und das liegt natürlich nur bei uns, weil wir ständig nur Sachen von ihr wollen, die sie nicht will oder wir ihr auf den Geist gehen. Und dann zeigt sie sich gütiger Weise dazu bereit, zurückzustecken, aber auf eine Art und Weise, die es eigentlich nur noch schlimmer macht. Ich hoffe echt, dass sich das bald wieder ändert.
      Wir spielten übrigens Wahrheit oder Pflicht. Sie gab mir die Aufgabe, eine Menge Rum in kurzer Zeit zu trinken. Daraufhin habe ich mich allerdings übergeben müssen. Danach wird die Erinnerung schwammig, aber als Minu gegangen ist, wurde es irgendwie lustiger und entspannter. Naja, leider ging Tante Aurelia auch kurz darauf. Mir scheint, dass ich erst spät ins Bett gekommen bin, ich war am Vormittag unendlich müde. Heute mache ich nicht viel.
      Zu Mittag war Mama dann sauer auf mich, weil ich wieder ihren Kajalstift entwendet habe und hat mir aufgetragen, einen neuen zu besorgen. Habe ich gemacht. Brigit hat mir gezeigt, wo ich das Zeug bekomme und dann auch noch mit dem Händler verhandelt, der mir nur ein ganzes Set geben wollte. Am Ende musste ich nichts dafür zahlen, das war wirklich lieb von ihr. Yuuki ist jetzt auf der Suche nach einem Drachenzahnsouvenir.


      Tag 31: Duvencrune

      [Der Eintrag wurde aus dem Tagebuch gerissen und an anderer Stelle aufbewahrt und kann nur gelesen werden, wenn man Nassarias Sachen durchwühlt und es darauf anlegt, ihn zu lesen]

      Ich habe mich dazu entschlossen, meinen Plan bezüglich Kanade umzusetzen. Auch wenn mir davon abgeraten wurde. Aber hierbei geht es nicht um mich, sondern um sie. Ich hoffe nur, dass nichts schief geht und dass ich nicht kurz vorher Panik schiebe oder Kanade sich so verhält, dass ich mich nicht dazu durchringen kann. Allerdings habe ich eine zündende Idee. Ich werde Kanade die Augen verbinden. Das macht es mir leichter, da sie mich nicht sehen kann. Einerseits mich nicht, wie ich nichts anhabe und anderseits nicht, wie ich dreinschaue, wenn es schwieriger werden sollte. Ich habe auch nochmals ernsthaft darüber nachgedacht, ob ich es wirklich tun sollte, doch sie hat es sich wirklich verdient, dass ich mal etwas für sie ganz persönlich mache, so viel, wie sie mir schon gegeben hat. Ich glaube, das ist etwas, was ich niemanden anders so vermitteln kann oder niemand anders verstehen kann.


      Tag 32: Duvencrune

      [Der Eintrag wurde aus dem Tagebuch gerissen und an anderer Stelle aufbewahrt und kann nur gelesen werden, wenn man Nassarias Sachen durchwühlt und es darauf anlegt, ihn zu lesen]

      Es hat geklappt. Ich hatte Sex mit Kanade und ich glaube, sie hat nicht bemerkt, dass das nicht so leicht für mich war. Oder es schon bemerkt und einfach auf die allgemeine Aufregung, die auch da war, geschoben. Aber sie ist soooo ein Dummerchen. Als ich anfing, ihr die Kleidung auszuziehen, hat sie zuerst gar nicht geblickt, was ich vorhabe und wollte, dass ich es ihr erkläre. Ich meine, wie kann sie das nicht verstehen, ich bin ihr sonst noch nie an die Wäsche gegangen – welchen anderen Grund sollte es denn geben?
      Irgendwie habe ich das auch geschafft, aber dann weiterzumachen war… das hat mich Überwindung gekostet, weil dieses Gefühl weg war. Ich kann es nur schwer beschreiben, aber es war fast so, als wäre ich nicht ich gewesen, sondern als hätte ich mir selbst über die Schulter gesehen. Ist es das, was man meint, wenn man neben sich steht? Jedenfalls hat es mir zuerst geholfen und dann war es weg und im ersten Moment mehr ein „Augen zu und durch“.
      Allerdings war es dann wirklich nicht so schlimm, wie ich erwartet habe. Angenehm wäre das falsche Wort, denn dafür war ich viel zu angespannt, aber es war zumindest aufregend und eine Herausforderung. Ich hatte nur kurz Panik, weil ich nicht mehr wusste, was ich machen sollte, aber irgendwie kamen wir darüber hinweg. Es hat auch nicht sehr lange gedauert und ich glaube, Kanade hat es gefallen. Ziel erreicht. Ich habe dann auch noch angesprochen, dass das nicht heißt, dass wir das öfters machen, da ist sie glücklicherweise einer Meinung. So schwierig die Einstellung zu solchen Sachen bei Hexen für mich ist, in diesem Fall hilft es mir, dass es für sie einen anderen Wert hat. Das heißt nicht, dass es ihr wenig bedeutet oder so. Was mit mir dabei alles passiert ist, muss ich erst mal verarbeiten. Ansatzweise ist es so ein Gefühl, wie wenn man über einige Zeit ganz schnell und tief atmet, eine Art Rausch.
      Jedenfalls brauche ich jetzt auch kein schlechtes Gewissen mehr haben oder diesbezüglich mir Sorgen um Kanade machen. Und niemand muss meinetwegen ein schlechtes Gewissen haben, denn auch wenn ich alles wüsste, was ich jetzt weiß, hätte ich es trotzdem so gemacht. Keine Reue! Aber ich werde heute etwas für mich bleiben und einfach den Gedanken freien Lauf lassen.
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    • Tag 33: Duvencrune


      Yuuki wurde von irgendeinem wilden Tier angefallen und ganz schön ruiniert. Das Problem ist, dass sie das selbst noch nicht so erkannt hat und ständig aus dem Bett will. Das macht alles nur noch schlimmer. Darum bleibe ich erst einmal an ihrer Seite. Naja und damit sie auch Gesellschaft hat.


      Tag 34: Duvencrune


      Wie haben die Reise verlängert. Yuuki kann derzeit einfach nicht weiterreisen. Hätte beinahe wieder mit Minu streiten angefangen, aber ging dann noch gut aus. Ihre Laune wurde etwas besser und sie hat sich auch noch mit Thelesa unterhalten und dabei gelacht. Dafür ist Mama heute nicht so gut drauf. Irgendetwas muss ja immer sein…


      Tag 35: Duvencrune


      Mama hat mich heute rausgeschickt. Scheinbar macht sie sich Sorgen, dass ich den ganzen Tag nur faul herumliege. Ich werde sie daran erinnern, wenn ich wieder einmal Hausarrest bekommen sollte. Aber war auch schön, zu Abwechslung mal wieder raus zu gehen und wenn es nur für ein paar Stunden war. Wichtiger war dann, dass Yumeko sich Yuukis Verletzungen angenommen hat und sie zum Teil heilte und dass Yuuki mich dabei nicht vollkotzte, obwohl sie zuerst so ein ekelhaftes Zeug trinken musste
      .

      Tag 36: Duvencrune


      Minu ist so ein Trottel … gibt kein passendes Wort. Jetzt hat sie mir verraten, warum sie so ungut zu allen war. Ich verstehe, was sie damit bezweckt, aber das ist echt… nicht fair. Sie wollte wohl testen, wer darüber hinwegsieht und wer nicht. Aber wenigstens verbessert sich ihre und die allgemeine Stimmung wieder ungemein. Yumekos Heilung wirkt, Yuuki konnte heute zumindest für eine Weile aus dem Bett. Morgen gehen wir mal an die frische Luft.
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    • Tag 37: Duvencrune


      Heute war ich mit Yuuki draußen, die Sachen besorgen, die sie benötigt, um mir mein Essen zu kochen – die Wettschuld, die sie noch offen hat. Ich habe bemerkt, dass sobald etwas nicht so läuft, wie sie es sich ausgedacht oder geplant hat, dass sie da ziemlich hibbelig wird. Zum Beispiel gab es keine Karotten, also nahm sie einen Kürbis mit. Den größten Kürbis, den der Händler hatte. Zum Glück waren wir dort zuletzt und nicht zuerst, denn ich hätte keine Lust gehabt, den Kürbis durch ganz Duvencrune zu schleppen. Sie soll ja nichts Schweres heben. Beim Kochen ging es dann genauso. Wäre Mama dabei gewesen, die wäre ausgeflippt. Ich habe sie aber einfach machen lassen. Naja, fast, ein paar Kleinigkeiten musste ich sagen, sonst wäre es schade um den Fisch gewesen.
      Am Ende war es dann aber sogar ziemlich gut. Kürbissuppe habe ich allerdings keine gegessen, da der Fisch quasi zeitgleich fertig war und er sonst ausgekühlt wäre. Macht aber nichts, Fisch ist eh besser und der hat geschmeckt. Nur die Kartoffeln waren sogar für meinen Geschmack ziemlich salzig. Als ich Mama davon berichtet habe, hat sie komisch gegrinst. Sie meinte aber, dass die Kürbissuppe auch ganz genießbar war. Wir hatten uns dann noch rausgesetzt und eine Weile vor der Tür unterhalten. Später sind Talasha und Minu dazugekommen und Yuuki ist dann rein.


      Tag 38: Duvencrune


      Heute war Minu-Tag. Also der Tag, den ich Minu widmete. Ich glaube, sie hat das ein Bisschen falsch verstanden, denn sie hat eigentlich Dinge gemacht, die mir Spaß machen, aber hey, ich beklage mich bestimmt nicht. Wir waren zuerst in der Taverne gegenüber der Unterkunft Eis essen – Talasha kam dann auch dazu. Und anschließend sind wir runter zur Abenteurergilde und haben dort ein wenig Geschichten ausgetauscht. Ich verstehe, warum Mama meinte, ich soll da nicht alleine hin, aber eigentlich ist es gar nicht so schlimm. Nachher sind wir noch ins Bad zum Entspannen. Alles in allem war es ein angenehmer Tag.


      Tag 39: Duvencrune


      Müde.
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