Angepinnt Gerüchte, Fluff, usw.

    • Wo: Olvia

      Was:
      - Ankunft -


      Der Abend brach über den Norden Balenos herein und tauchte das Meer nahe Olvias Küsten in ein rot-orangenes Schimmern. Von einer erhöhten Position inmitten der heimelig wirkenden Stadt vermochte man sogar Burg Cron ausmachen und manch neunmalkluge Zunge behauptete ebenfalls, man könne ohne weiteres Velias berühmt berüchtigte Hafenerweiterung mit bloßem Auge erspähen.

      Fern jeglicher malerischer Aussichtspunkte, erhellten einige aufgestellten Kerzen einen überschaubaren Raum - inmitten eines Gebäudes im Herzen Olvias - dessen Nutzen einzig und allein einem großzügigem Badezuber gewidmet schien, welcher von einer breitgezimmerten Sitzfläche, samt weniger Treppenstufen umsäumt war.
      Auf der Fläche hatte es sich eine großgewachsene Frau in sitzender Position bequem gemacht, während hinter ihr der angenehm, warme Wasserdampf des Badewassers aufstieg und ihren nackten Rücken wärmte. Mit nach hinten abgestützten Handlächen und genußvoll in den Nacken gelegtem Kopf, öffnete sie allmählich ihre Augen und lenkte den Blick nach vorne, auf den Schopf des rothaarigen jungen Mannes, welcher vor ihren entblößten, gespreitzten Beinen niederkniete und seinen Kopf sinnlich zwischen ihren Beinen vergruben hielt.
      Etwas schien die Frau an diesem Anblick zu stören. Verärgert zogen sich ihre Brauen zusammen und so lenkte sie ihren Blick auf ein nahes Stück beschriftetes und zusammengefaltetes Papier. Rasch zeichneten sich tiefe, nachdenkliche Falten auf der Stirn der großen Frau ab, als sie sich einen vergangenen Abend an den duvencruner Quellen in Erinnerung rief.
      Der Abend des Rituals. Die Segnung von Emilia Ghale.

      Wenn sie genau darüber nachdachte, muss es an der Wirkung des blauen Lotus gelegen haben, der nicht nur dem Eheweib Ghale in dieser Nacht vorgaugelte, sie würde mehrfach von ihrem eigenen Mann unter der Gunst der Götter bestiegen werden, nein auch sie selbst litt zum ersten Mal unter derartigen Illusionen.
      Darpan musste wahrlich großartige Exemplare des blauen Lotus erhalten haben, denn nie zuvor wurde sie selbst Opfer ihrer eigenen Inzenierungen.
      Ob es den anderen Teilnehmern an diesem Abend ebenfalls so erging, als diese das Weib Ghales bestiegten? Sahen Sie an Stelle Emilia Ghales etwas oder jemand anderen? Etwas was sie möglicherweise begehrten?

      Als die Frau ihre stechenden, grauen Augen zurück auf den Mann zwischen ihren Schenkeln lenkte, weiteten sich ihre Lider kurz, als sie glaubte eine andere Person anstelle des rothaarigen Burschen zu sehen, doch da befand sich nur der junge Mann.
      Leise lachend legte sie den Kopf in den Nacken, was den Burschen aufblicken ließ. "Mach weiter, ich bin gleich soweit." Raunte die Frau den Rothaarigen an, woraufhin dieser wieder seinen Kopf zwischen ihre Schenkeln neigte.

      Genüßlich behielt die Frau ihren Kopf im Nacken, schloss die Augen – an einen Gedanken festhaltend - und öffnete ihre Lippen, als ihr ein sinnlicher Laut über die Lippen drang. Sichtlich entspannter gab sie sich nun dem Tun des Mannes hin. Es beanspruchte nicht viel Zeit und der Brustkorb der Frau hob und senkte sich schneller, während ihren Lippen lustvolles Stöhnen entwich, welches rasch in einem gutturalem Laut gipfelte.

      Sichtlich befriedigt legte sich die große Frau auf ihren Unterarmen ab, neigte den Kopf wieder nach vorne und betrachtet den Rothaarigen, welcher sich soeben mit einer Hand den Mund abwischte.

      "Danke. Du kannst nun gehen."

      ***

      Wer: /

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von BorgGiXtah () aus folgendem Grund: Olvia nicht Oliva

    • Wo: Velia

      Was:

      - Botschaft -

      Was blickten die alten Ratschen einem jungen Rotschopf schmachtend hinterher, als gleicher Bursche um die Mittagszeit vor der üblichen Sitzbank der dreien Halt machte und die alternden Grazien nach einer ortsansäßigen Fischerin namens Lizza Kiesel fragte.
      Bereitwillig wollen ihm die Frauen Auskunft erteilt haben, jedoch kamen sie auch nicht drum herum, den jungen Mann einfach so weiterziehen zu lassen, ohne zuvor den Grund für das Aufsuchen der Fischerin in Erfahrung zu bringen. Müde soll er seine verschlossene Transportrolle gezeigt und etwas von einer Nachricht gemurmelt haben. Dann sei er auch schon weiter zum Hafen hinuntergangen.

      ****
      Liebe Lizza,

      mit Freuden erreichte mich deine Nachricht in Duvencrune.
      Beim Lesen deiner Zeilen dürstete es mich nahezu, dich auf deiner kleinen Schiffsreise begleitet zu haben. Zu lange ist es her, dass ich die Küste und die Weite des Meeres erblickte oder gar auf einer fremden Insel ein Lager für die Nacht aufschlug. Wie traumhaft es wohl ist, morgens und abends die Sonne in all ihren Farbspielen über dem blau des Ozeans zu bewundern.

      Olvia ist noch ein kleines Stück von der Küste entfernt, aber dennoch kann ich bereits das Salz des Meeres riechen. Und während ich gerade die kleine sichtbare Inselgruppe ins Auge fasse – wer kann schon sagen, ob du nicht gerade vor einer dieser kleinen Inseln ankerst.

      Vielleicht sehe ich schon bald dein Schiff am Strand der Olviaküste.

      Liebe Grüße

      B. T.

      ****
      Den Boten haben gesehen: Die Ratschen von Balenos, Wachen, Lizza, - möglicherweise hat man auch selbst den Boten gesehen -
    • Wo: Velia / Tanzende Möwe

      Was:
      - Morgengespräch -


      Eine Tasse mit noch heißem, schwarzen Kaffee wird direkt vor Onizuca auf der Tischplatte abgestellt. Während Thelesa ihrerseits ebenfalls ein Gefäß mit dem erquickendem Inhalt in ihren Händen hält, geht sie um den Tisch herum und positioniert sich direkt im Blickfeld ihres Mannes.
      ***
      "Ehe du wieder für den Rest des Tages hinter irgendwelchen Stapeln von Pergamenten verschwindest, Ruah, möchte ich mit dir reden und benötige hierfür deine vollste Aufmerksamkeit."
      "Du hast sie, Thes."
      "Habe ich sie wirklich? Denn ich möchte nicht, dass du wieder mit irgendwelchen haltlosen Vorwürfen bei den anderen auftauchst und behauptest mich nicht gesehen und gehört zu haben, obwohl ich am gleichen Tag mit dir gesprochen habe."
      "Gut, vielleicht sollte ich mir über deine Worte Notizen anfertigen, aber wie du siehst, stecke ich hier bis zum Hals in Arbeit. Da kann es schonmal passieren, dass mir Dinge entgehen."
      "Dir entgeht also, wie ich dir die ganzen Tage über erzähle, dass ich kommende Woche nach Mediah aufbrechen werde? Dir entgeht, dass ich dir erzähle, dass ich mein Vorhaben in der Schmugglerhöhle vorerst auf Eis gelegt habe? Dir ent..."
      "Wer ist Adar Ordair?"
      "... ... ... Was soll das Ruah?"
      "Wenn ich den anderen Glauben schenken kann, scheinst du wohl sehr von dem Herrn eingenommen zu sein. Talasha fragt sogar, ob du umtriebig wärst. Und du kannst dir vorstellen, wie die Walküre das meint."
      "... Wenn hier jemand umtriebig ist, dann wohl gewiss diverses anderes Volk. Muss ich mich jetzt allen Ernstes rechtfertigen, dass ich mich mit einem Forscher austausche?"
      "Euer Austausch wirkte aber sehr vertraut."
      "Hast du mich etwa beobachtet?"
      "Nein, aber deine Reaktion sagt mir, dass da wohl doch mehr dahintersteckt."
      "Bei den Göttern..."
      "Thes, ich mache dir einen Vorschlag. Mach wie dir beliebt, aber mach es nicht so, dass es jeder sehen kann."
      "Bitte?!"
      "Ich verstehe schon, wenn es dich nach Abwechslung dürstet. Zumal du in den letzten paar Jahren immer nur mich hattest."
      "Ruah...ich...."
      "Schon gut. Ich meine ich bin dir in der Hinsicht bewusst oder unbewusst auch nicht immer treu gewesen, also kann ich es verstehen. Wenn du dich mit dem Mann vergnügen willst, dann stell ich mich nicht in den Weg, aber du sollst wissen, dass ich dich liebe und immer an deiner Seite sein werde, wenn du mich nur möchtest."
      "... Ruah, es geht hier um etwas gänzlich anderes. Es geht um Hy..."
      "Thes, mach dir keinen Kopf. Wir bekommen das schon hin. Reise erstmal ganz in Ruhe nach Mediah. Ich nehme mal an, nach Tarif wirst du dann direkt weiter nach Altinova reisen? Vielleicht kannst du der Madame dann etwas ausrichten? Einfach nur eine halbwegs aktuelle Meldung zum Status der Möwe."
      "... ... ..."
      ***

      Später konnte man beobachten, wie Thelesa kopfschüttelnd die Schreibstube verließ.


      Wer: Angestellte der Tanzenden Möwe, Anwesende in der Möwe, ...
    • Wo:
      Velia

      Von wem:
      Bürger Velias

      Was:
      Am Vormittag des heutigen Tages kam es in Velia zuerst zu einer Schlägerei direkt vor der Wachstube und anschließend zu einer Verhaftung. Ungewöhnlich dabei war, dass beide beteiligten Personen, bei einen handelt es sich um einen Hafenarbeiter, bei der anderen um die gerade erwachsen gewordene Tochter eines Bauern, aus gleichem Grund zu Wachstube wollten. Beide behaupteten, dass ihnen eine besondere Goldmünze gestohlen wurde. So sie das bemerkten, trat die junge Frau den Hafenarbeiter so sehr in die Weichteile, dass man ihn noch zwei Gassen weiter aufjaulen hörte. Die Wachen schritten schnell ein und nahmen die Frau in Gewahrsam. Auch der Hafenarbeiter war eine Weile in der Wachstube, ehe er den Heiler aufsuchte.

      Zwei Stunden später hing Wachtmeisterin Serania Kendall eine Nachricht an die Anschlagtafel des Dorfes:
      „Achtung! Derzeit befinden sich Goldmünzen mit einer Totenkopf-Prägung im Umlauf. Der Besitz dieser Münzen oder Handlungen, um diese in Besitz zu bekommen, sind strafbar und bei der Wache umgehend zur Anzeige zu bringen. Unter keinen Umständen dürfen die Münzen an andere Personen, außer Wachen übergeben werden.“

      Bei den Bürgern, die dazu in der Lage sind, die Nachricht zu lesen, sorgte diese sogleich für etwas Verwunderung. Wenig später verbreiteten auch die beiden Ausrufer die Nachricht. Irgendwer hat daraufhin das Gerücht in Umlauf gebracht, dass die Münzen verflucht seien. Andere behaupten, dass sie Teil eines viel größeren Diebesgut sind und man nur verhindern will, dass es noch weiter verteilt wird.
      "Japan ist ein wenig so wie Österreich: da hast du erstens das Meer..." 8o
    • Wo:
      Velia

      Von wem:
      Bürger Velias

      Was:
      In der Nacht wurde das Lager von Marsella überfallen. Der Dieb, ein älterer Mann, gilt bisher als unbescholten. Entdeckt wurde der Diebstahl, da der Mann nicht gerade leise zu Werk ging, als er die Tür zum Lager aufbrach. Die Wachen wurden alarmiert und konnten ihn schnell überwältigen. Neben einigen Kristallen aus Marsellas Besitz wurde angeblich auch eine der goldenen Münzen mit der Totenkopfprägung bei ihm gefunden. Der Mann wurde in Gewahrsam genommen. Glücklicherweise war die Zelle gerade am Abend frei geworden, da die vorherige Insassin ihre Strafe wegen Körperverletzung abgebüßt hatte. Die Kristalle wurden in Marsellas Lager zurückgebracht und zwei Wachposten wurden aufgestellt, damit niemand die aufgebrochene Tür als Einladung nahm. Am Morgen sah man Marsella bei dem Schreiner Anton Ferrus.
      "Japan ist ein wenig so wie Österreich: da hast du erstens das Meer..." 8o
    • Wo: Velia

      Was:
      Es kann in den letzten Tagen beobachtet werden, wie sich nach dem Schulunterricht vor einem größeren, leerstehenden Haus in Velia eine kleine Traube Mädchen versammelt. Sie schnattern und schwatzen aufgeregt, bis sich eine blonde Dame nähert, die sie höflich grüßen und dann mit ihr für etwa zwei Stunden in dem Haus verschwinden. Es scheint niemand wirklich zu wissen was darin vor sich geht, die Mädchen wirken jedoch nach den zwei Stunden sehr viel müder als noch beim Hineingehen.
      Die Fenster sind Blickdicht verhangen, allerdings würde man durch das milchige, alte Glas ohnehin nicht viel erkennen können. Lauschen scheint auch nicht zu helfen, da kaum ein Laut nach außen dringt.
      Die wohlinformierten Ratschen geben bekannt, dass es sich womöglich um einen Hexenzirkel handelt, der die Unaufmerksamkeit der Wachen und auch der Walküren wegen der Bedrohung durch die verfluchten Münzen ausnutzt um junge Damen aus allen Gesellschaftskreisen Velias auf die schwarze Seite zu ziehen. Sie sind erschüttert wie es so weit kommen konnte, direkt unter ihren Augen.
      Nachfragen bei Stadtoffiziellen wie Priester(in), Igor oder Islin Bartali, eventuell auch Alustin wird zu Tage fördern, dass es sich um eine von der Stadt abgesegnete Aktion handelt, die einfach der Überraschung halber derzeit nicht näher ausgeführt wird.
      Die Wache ist nicht im Bilde. Es könnte sogar sein, dass man auf Nachfrage eine ungehaltene Antwort bekommt, ob sich die Wache jetzt auch noch für Kaffeekränzchen interessieren soll.
      Die Lehrerin der Schule, Aegaria Naos, wird aussagen, dass sie weiß was vor sich geht, aber nichts sagen wird, weil sie es versprochen hat.


      Nachgefragt

      Der, dessen Charakter tatsächlich die Mädchen anhält und befragt wird zu hören bekommen, dass es ein Geheimnis ist. Besonders in einer Gruppe werden die jungen Damen nichts preisgeben, und sich einen Spaß daraus machen zu antworten, dass eine Dame auch ihre Geheimnisse haben muss. Genaueres Nachfragen bei einem einzelnen Mädchen, oder gar eventuelle Drohungen, auch gegen die Gruppe, enthüllen jedoch sehr schnell, dass eine gewisse „Arwen Telemnar“ den Mädchen Tanz- und Benimmunterricht gibt.
      Da man für diese Information schon sehr eindringlich fragen, eines der Mädchen isolieren, oder gar bedrohen muss fallen die Antworten recht kurz aus und es dürfte auch bekannt werden, wer solche Methodiken anwendet.
      Eine sanftere Methode die Information doch zu bekommen wäre es eine eventuelle „beste Freundin“ eines der Mädchen zu befragen, sofern man einen guten Draht zu einer hat.
      Die Mädchen sind alle sechzehn Jahre alt und kennen sich natürlich untereinander. Sie sind von unterschiedlichem Stand, arm bis mittelschichtig.


      Wer:
      Aufmerksame Bürger, Passanten, Händler in entsprechender Reichweite, Ratschen von Balenos, selbst gesehen
      ======================================
      I hope in your stumbling around, you do not wake the dragon. (Londo Mollari, Babylon 5)

      Pinsel bringen Leute zum Durchdrehen. (Siriaka Jayeon, Black Desert Online)
    • Wo: Velia - Gemeinschaftsraum

      Was:
      An der sonst mit einem Kombinationsschloss versehenen, nun mit einem schweren, etwas überdimensionierten Vorhängeschloss verschlossenen Türe des bekannten Treffpunkts an der Ecke der Hafenstraße, in dem sich laut den Ratschen von Balenos "das bunteste Volk trifft" hängt seit heute ein Zettel.



      Er lässt sich selbst mit großem Kraftaufwand nicht entfernen ist sauber geschrieben und die Anfangsbuchstaben sind kunstvoll verschnörkelte Letter.



      Auf Anfrage, wo sich die Personen, die sich sonst in diesem Raum treffen zu finden sind, wird man sicher früher oder Später auf den Treffpunkt im Schatten des alten Turmes beim Trainingsplatz hingewiesen.

      Wer:
      Aufmerksame Bürger, Passanten, Händler in entsprechender Reichweite, Ratschen von Balenos, selbst gesehen
      ======================================
      I hope in your stumbling around, you do not wake the dragon. (Londo Mollari, Babylon 5)

      Pinsel bringen Leute zum Durchdrehen. (Siriaka Jayeon, Black Desert Online)

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Mikarion ()

    • Wo: Velia

      Was: Eine Brieftaube fand an diesem Morgen ihren Weg aus dem Südwesten zu dem Taubenschlag in Velia. An ihrem Fuß befand sich aufgerolltest Pergament, welches ordentlich beschrieben und mit einem kleinen Siegel des calpheonischen Militärs versiegelt.

      "Gegrüßt Bartali,in den nächsten Tagen wird euch ein Soldat aus Calpheon erreichen. Auf Anordnung des Reichs Calpheon wird dieser euch zur Unterstützung in Velia übersendet. Er steht eurem Hauptmann zur freien Verfügung und hört auf den Namen Xineko Rojára."


      Wer: Soldaten und allen denen sie es erzählt haben.
      Ich bin der Auffassung, dass das Twix mit Schokolade überzogen wird.
    • Wo: Olvia

      Was:
      - Betriebsamkeit -

      Seit einigen Tagen herrscht auf den nördlichen Straßen Balenos ein erhöhtes Verkehrsaufkommen. Zumindest was die Häufigkeit der durchfahrenden Karren in Olvia angeht, welche die Straßen im nördlichen Teil der gemütlichen Stadt stückweise durchqueren müssen, um ihren Weg zu einem etwas vereinsamten, ländlicher gelegenen Hof fortzuführen.
      Auf dem Hof des alten Kratom scheint wohl gerade eine Ernte im vollen Gange zu sein, anders könnte man sich die ganzen Karren nicht erklären.

      Wer: So mancher Bewohner Olvias, Wachen der Stadt, Reisende die dem Tavernengespräch lauschen.
    • Wo?
      Altinova

      Was?

      Entschädigung

      Früh am Morgen des heutigen Tages sucht ein etwas unbeholfen wirkender Riese die Heilpraxis der Kräuterhexe Aljanna auf. Beladen mit sperriger Fracht, klopft er an die Pforte an und stellt die große Holzkiste auf dem staubigen Sandboden ab. Ein eiserner Nagel fixiert eine Pergamentrolle auf dem Kistendeckel. Das Schriftstück ist gefaltet und mit dem Wachssiegel der Handelsfamilie Arrántir versehen.

      Noch ehe die Türe sich öffnet, trottet der Riese davon.

      Auf dem Pergament geschrieben steht eine Nachricht in eleganter Handschrift:

      Werteste Heilerin,

      mich erreichte jüngst die schreckliche Nachricht, dass Schergen respektable Praxis verwüsteten und Euch verletzten. Diese Tat verurteile ich auf das Schärfste! Es schmerzt mich sehr zu hören, dass ein Ort, der Kranke und Verletzte heilt, und seine selbstlose Heilerin so schändlich behandelt worden sind. Mit Erleichterung habe ich erfahren, dass Ihr wieder bei bester Gesundheit seid.

      Bitte nehmt diese bescheidene Spende als Zeichen meiner Wertschätzung für Eure aufopferungsvolle Arbeit an, aber auch als Zeichen meines tiefen Bedauerns über diesen abscheulichen Vorfall. Auch wenn die Häscher sich unverzeihlicherweise und bar jeglichen Funkens Wahrheit als Handlanger des Hauses Arrántir ausgegeben haben mögen, so fühle ich doch eine gewisse Verantwortung.

      Ich hoffe, die beigefügte Lieferung kann einen kleinen Beitrag beim Wiederaufbau Eurer Praxis leisten. Wenn Ihr noch etwas benötigt, so zögert bitte nicht, mich aufzusuchen.

      Mit besten Grüßen

      Rhokal



      In der Holzkiste befindet sich ein umfangreiches Sammelsurium aus qualitativ hochwertigen und teilweise seltenen Ingredienzen und Hilfsmitteln, die in einer ordentlichen Heilpraxis nicht fehlen dürfen. Zudem ist ein zugeschnürter Lederbeutel enthalten, der gut mit Silbermünzen gefüllt ist.

      Von wem?
      Einheimische, Nachbarn der Heilpraxis, Patienten
      Noot noot!
    • Wo: Velia
      Was:
      An einem sonnigen Morgen gab es wichtige Dinge zu Besprechen, denn höchstinteressante Ereignisse hatten stattgefunden. Die Damen di Coppola, di Lombardo und dal Villa hatten nämlich mit ihrem messerscharfen Verstand wahrgenommen, was den umtriebigen Bürgern verschlossen blieb. Ein Glück, dass sie so ein durchtriebenes Informationsnetz hatten, denn die Damen erzählten schockiert - selbst wenn es nicht interessierte - dass ein Soldat aus Calpheon nun die Wachmannschaft unterstütze. Sie ließen dabei nicht aus, dass sie den reifen Rotschopf für einen Säufer gehalten hatten, als sie glaubten gehört zu haben, das eben jener Rotschopf, jener Soldat, der nun in der Wachstube dienen sollte, an seinem ersten Abend drei Bier in der Taverne verzehrte und dann über der Taverne ein Zimmer in Anspruch nahm. Doch sie irrten, was sie besonders schockierte war es ja ein Ding der Unmöglichkeit, aber blieben neugierig so hatten die Damen "erfahren" aus welchem Grund das calpheonische Soldat nun in Velia war.

      Giuseppina di Coppola mag aus zuverlässiger Quelle gehört haben, dass der Rotschopf Ärger in Calpheon gemacht und sich so seine Position in Velia verdient haben soll. Ebenso behauptet ihre Quelle, dass die vielen Ereignisse dazu geführt haben sollen, dass der Rotschopf die Wachen, allen voran den Landadel, ausspionieren soll.

      Camilla di Lombardo hält das für absoluten Mumpitz obwohl sie bei den Erzählungen ihrer Nachbarin eine gewisse Sorge in ihr Gesicht einfließen lässt. Camilla behauptet felsenfest - und das Decke sich ja mit Giuseppinas Informationen - soll der Rotschopf, als Soldat welche Unehre, einen Apfel einfach von der Brücke in den Fluss bei Calpheon geworfen haben. Welch Tölpel. Und weil die Garnison nicht weit ist habe man ihn hierhin versetzt.

      Cincia dal Villa hingegen untersucht einen anderen Ansatz. Da ihre Familie in Epheriaport ansässig ist behauptet sie den Namen Rojára dort schon in Kombination mit Walküren und Soldatentum vernommen zu haben. Sie ist nicht nur der felsenfesten Überzeugung sondern hat mit ihrem analytischen Verstand klar ermittelt, dass das Rothaar - allein die Farbe - sich aus Interesse an den Walküren in Velia aufhalten würde. Die Geschichte mit der Straf-Versetzung sein nur Mumpitz und die Geschichte mit dem Apfel gelogen.

      Wem man nun Glauben zu schenken vermochte, sagte wohl mehr über einen selbst als über die Ratschen aus.

      Wer: Die Ratschen von Balenos
      Ich bin der Auffassung, dass das Twix mit Schokolade überzogen wird.
    • Wo: Ruinen Byzantiums – mediahnischer Dschungel

      Was:


      - Ritus-

      Niemand aus dieser zwielichtigen Gemeinschaft stellte sich dem Tun der Elfenfrau in den Weg, als diese durch die Kommune umherstreifte und nach etwas zu suchen schien. Die Siedlung war eigenwillig erbaut und nistete sich wie ein Abszess inmitten imposanter und längst von Flora und Fauna zurückeroberten Ruinen ein. Ruinen, die die Überreste der einst so prächtigen vorzeitlichen Stadt Byzantium waren.
      Offenbar orientierte sich die Frau bei ihrer Suche nach Behältnissen und Werkzeugen, mit denen man im besten Falle Nahrungsmittel oder ähnliches zu verarbeiten vermochte.
      Erst nach dem gemeinschaftlichen Abendessen, als sich die ersten aufmerksamen Blicke bereits dem männlichen Elfen an ihrer Seite zuwandten und wohl auch einige auf sie selbst, war es die Halbestie Ferus, welcher die Elfenfrau nach einem kurzen Gespräch den Augen der Gemeinschaft entzog und sie mit sich von den anderen weg führte. Unter den Blicken des Elfenmannes, schien die Halbbestie die Frau hinunter zu den Feldern und dem mittig gelegenem Teich zu leiten. Auffällig war wohl auch das Bündel, welches die Kreatur mit dem prächtigen Geweih bei sich trug.



      ...

      Es überraschte mich, dass er mich entgegen der Vereinbarung bereits vor der Prüfung für diese Zeremonie mit sich nahm. Verdenken kann ich es ihm jedoch nicht, muss er doch damit rechnen das Adar und ich den Kampf gegen das, was uns schon bald in der Grube erwartet, nicht überleben könnten. Ferus will also vorsorgen, damit seine Ernte auch für die nächsten Jahre reichhaltig und der Boden fruchtbar bleibt.
      Und so stehe ich nun hüfthoch im Wasser eines Teiches, gekleidet in einem einfachen, bereits mit Wasser vollgesogenem Leinenhemd und umrandet von tausenden blauen Lotuspflanzen, die seit Urzeiten in diesem Gewässer wachsen. Ich lasse meinen Blick über das umliegende Ufer schweifen und bewunder beinahe die weiten Felder verschiedenartiger Gewächse, welche sich weit über das Gebiet erstrecken. Einst war dies eine der vielen wunderschönen Parkanlagen Byzantiums und wenn ich meine tief verborgenen Erinnerungen zutage förder, vermag ich mich vielleicht daran erinnern, dass einst nahe des angrenzenden Stechapfelfeldes ein beschaulicher Weg durch eine Baumallee hindurchführte.
      Übrig ist hiervon schon lange nichts mehr. Doch würde ich graben und ich weiß wo ich dies tun müsste, so würde ich mit Sicherheit auf etwas aus den alten Zeiten stoßen.

      Das Geräusch wehleidigen Jammerns lenkt meine Aufmerksamkeit wieder auf das Hier und Jetzt. Ferus ist an den großen Findling herangetreten, den irgendwann irgendeine Naturgewalt inmitten des Teiches befördert haben muss und sieht mich nun auffordernd an. Mein Blick richtet sich auf die nahezu ebene Oberfläche des Steines, auf dessen Mitte sich zwei gefesselte Wesen befinden. Ein Mensch und ein Zwerg. Letzterer war wohl einst ein Helm aus dem nahen Randgebiet, welcher sich dereinst hierher in diese Ruinen verirrte und in die Fänge dieser Gemeinschaft gelangte. Wie so viele vor und nach ihnen, dass ich mich frage wie lange diese beiden Wesen in jener Gemeinschaft ihr Leben zugebracht haben, bei den Ernten gearbeitet, bis ihre Körper eines Tages nicht mehr in der Lage waren diese Arbeit auszuführen. Und nun werden ihre sterblichen Hüllen für eben jene Erträge geopfert, die es zu erhalten gilt.
      Während Ferus mir gegenüber den Dolch in seiner Hand unter den unheildrohenden Worten einer ausgestorbenen Sprache hebt, blicke ich auf die Klinge in meiner Hand hinab. Ich habe oft das Leben anderer genommen um das meinige oder anderer zu erhalten, doch in diesem Fall wird es eine sinnlose Tat sein, die ich in Kauf nehme.

      Mit Blick auf den Zwerg stelle ich fest, dass dieser jedoch in freudiger Erwartung auf den Tod zu warten scheint. Doch ehrlich gesagt, hätte ich anstelle des Mannes nichts anderes in seiner Situation erwartet. Der Mensch im Rücken des Zwergs zuckt mit einem Mal zusammen und ein gurgelndes, kehliges Geräusch erklingt, während Ferus den Dolch aus dem Brustkorb des Mannes zieht. Die Augen der Halbbestie ruhen nun fordernd auf mir.
      Die Worte, welche meinen Lippen entweichen, klingen selbst für mich fremd, auch wenn mir diese Sprache durchaus vertraut ist und längst nicht so ausgestorben scheint, wie es manche Zivilisationen glauben mögen. Mechanisch hebe ich die Klinge in meiner Hand empor und stoße sie zielsicher, ohne Zögern direkt in das Herz des Wesens vor mir. Warm rinnt sein Lebenssaft über meinen Handrücken, als der aufrecht sitzende Körper des Zwergs mit einem letzten Atemzug in sich zusammensinkt.
      Ferus gibt mir ein Zeichen und ich wende mich einer Schale mit einer undeutbaren Flüssigkeit zu, welche jeweils für uns beide neben den toten Körpern der beiden Männer steht.
      Unter den beschwörenden Worten zu weiteren reichen Ernten und fruchtbaren Böden heben wir zugleich die Gefäße an unsere Lippen und trinken daraus. Bitter rinnt es meine Kehle hinab und nun erahne ich, was Ferus uns beiden zubereitet hat.
      Allmählich spüre ich, wie sich eine innere Wärme in meinen Gliedern ausbreitet und zugleich die verantwortungsvollen Fesseln meiner kontrollierten Gedanken auflöst. Meine Hand greift nach dem Dolch im Leib des Zwergs, als ich Ferus Anwesenheit in meiner Nähe spüre und aus den Augenwinkeln sehe, wie sich das Geweih des Mannes zu mir neigt. Der nächste Schritt des Rituales beginnt und schon lösen sich aus den Schatten der Felder vier weitere Personen, die zuvor stumme Zuschauer des ersten Schrittes waren. Schweigsam treten sie an den großen Findling und den darauf liegenden, leblosen Körpern heran. Ohne größeren Aufwand werden die Geopferten von der Oberfläche gezogen und fortgebracht. Meine Augen folgen ihrem Weg, während Ferus neben mir verweilt und mir seine Hand reicht.
      Sobald die Körper der beiden Männer im Erdreich liegen, werden sie den Pflanzen als Dünger dienen. Es fehlt nur noch die Saat.
      Meine Hand gleitet in die von Ferus dargebotene Hand. Langsam folgen wir dem Trupp aus dem Wasser.
      ...

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    • Wo: Altinova - Mediah

      Was:

      Rege Betriebsamkeit herrscht am Hafen der Felsenstadt. Wartende Seeleute, herumscheuchende Hafenarbeiter, brüllende Kapitäne, beobachtende Gauner, herumlungernde Bettler, übrig gebliebene Volltrunkene und wachende Söldner - ein Bild welches nahezu jeden Tag für Altinovas Hafen zutrifft. Eine chaotische, andauernde Bewegung in der so manch fragwürdige Begegnung des einen Freud und des anderen Leid bedeutet.
      Inmitten des Treibens bahnt sich die Gestalt einer leicht dunkelhäutigen Frau durch die Menge. Nähere Aufmerksamkeit wird der Umgebung nicht geschenkt, stattdessen hält Madame Musou direkt auf ein abseits gelegenes Lagerhaus zu, in welchem man sie bereits zeitweilig ein und ausgehen sehen konnte. Mit Sicherheit wird das eine oder andere wache Auge diese unnahbar erscheinende Frau oftmals dabei beobachtet und sich im gleichen Atemzug gefragt haben, was sich denn in diesem Lagerhaus befindet.
      Am großen Tor des Depots angelangt, schwenkt der stetig unterkühlte Blick der Madame über die anwesende Menge der vielschichtigen niederen Gesellschaft. Man darf sich gewiss sein, diese Frau versteckt sich wahrlich nicht. Auch wenn das Gesicht der Frau einer Maske gleicht und keine Regung oder gar einen Gedanken verrät, so kann sich der heimliche Beobachter sicher sein, dass die Madame ihn bereits erspäht hat.
      Doch noch ehe einer der Arbeiter oder anwesenden Söldner einen Blick auf die Madame risikieren vermag und die Frau als die Gönnerin des ehemaligen Champion und Gladiatoren Dathras identifiziert, ist sie bereits in der Dunkelheit des Lagerhauses verschwunden. Und dieses Mal länger als für gewöhnlich.

      Wer: Hafenarbeiter, Fischer, Gauner, Bettler, Söldner, Seeleute, selbst gesehen (Achtung! Hafen von Altinova - nicht Velia)
    • Wo:
      Velia


      Was:
      Auf einem kleinen Hof auf den Hügeln von Velia, dessen Dach einen hervorragenden Blick über die Stadt bietet, soll diese verrückte Künstlerin mit den purpurnen Haaren seltsame Dinge getrieben haben.
      Angeblich hat sie mit Hilfe der Schmiedin Frau Umha auf dem Dach Muster gemalt und seltsame Metallgegenstände verteilt. Wobei Frau Umha mehr damit beschäftigt gewesen sein soll mit dem Besitzer zu streiten, dass er für die Aktion bezahlt worden sei und nicht ständig herumjammern solle.
      Auf das Ereignis angesprochen verweigert der Bauer jede Aussage, der Schmied Herr Zechenheil brummt nur, dass „das Mädel alt genug ist zu wissen, was sie tut“ und Frau Umha selbst zuckt nur mit den Schultern und meint, dass sie gut entlohnt wurde.



      Wer:
      Der alte Jona bei den Stallungen, die Ratschen und damit halb Velia...
    • Wo?
      Velia, Mondscheintaverne

      Was?

      Wiedersehen

      Zur selben Zeit, also während diese äußerst kuriosen Dachdeckeraktivitäten ihren Lauf nahmen, trudelte mal wieder ein neuer Wanderarbeiter in Velia ein (als hätte Velia nicht schon genug von diesen Vagabunden!). An sich ist das nichts Außergewöhnliches, das einer Erwähnung bedarf - wäre er halt nicht so ein komischer Kauz.

      Zuerst wurde er angeblich vom Stallwart dabei beobachtet, wie er fröhlich und übermotiviert seine Ankunft in der Hafenstadt verkündete und dann wurden die Ratschen von Balenos auch noch sehr mitleidige Zeuginnen dessen, wie er sich mit einer Schildkröte unterhielt. (Total bekloppt, dieser Kerl, vielleicht sollte ein Geistheiler oder ein Priester sich ihn mal ansehen, nicht, dass er von einem Dämonen besessen ist.) Und als wäre dies nicht genug, soll er in der Mondscheintaverne auch noch eine handfeste Schlägerei mit "Günther, der bärtigen Eiche" angezettelt haben, bloß weil Günther der Schankmaid einen harmlosen Klaps auf das Gesäß gab. Opfer der Prügelei: ein zerstörter Tisch und eine in Scherben zersplitterte Suppenschüssel Hackfleischeintopf (welch Verschwendung guten Essens!). Bier soll wohl auch verschüttet worden sein. Verletzte gab es Elion sei Dank angeblich keine.

      Man munkelt, dass dieser Tagelöhner der heimliche Geliebte der Schankmaid Tjaenare sein soll und es so gar nicht ausstehen mag, wenn jemand "sein Weib anpackt". Dem Wirt zufolge nach ist das aber totaler Quatsch, denn der hitzköpfige Jungspund wollte wohl nur die Ehre seiner Schwester Tjaenare verteidigen. (Ja, was denn jetzt, Geliebte oder Schwester? Hoffentlich nicht beides!)

      Wie auch immer, anschließend sah man die beiden abwechselnd lachend und Rotz und Wasser heulend auf einer Wiese picknicken.

      Von wem?
      Einheimische, Stallwart und dessen Arbeiter, Betreiber und Gäste der Wirtsstube, Reisende, Händler, Marktbesucher, Ratschen
      Noot noot!
    • Wo: Äußerer Rand der Bucht vor Velia

      Was:

      - Meeresfund-


      Schreckensbleich waren die Gesichter der drei Männer, welche mühselig und unter Kraftanstrengung das große Fischernetz in ihr Boot gezogen hatten, das sich irgendwie im tiefen Wasser verheddert hatte. In der Annahme ein Büschel Seegras, ein altes aufgegebenes Fischernetz, Treibholz oder sonstige natürliche Begebenheiten vorzufinden - bei denen sich ein Netz leider schonmal verheddern kann, sodass es erst herausgezogen, gereinigt und wieder neu ausgelegt werden muss - hatten die drei Fischer zwar murrend, aber ohne weiteres das Netz wieder eingeholt.

      Nun standen sie alle drei an der Reling, das Fischernetz in ihren rauen Händen haltend und mit entsetzten Augen das betrachtend, was sie zuerst doch für einen verendeten größeren Fisch hielten. Unnatürlich bleich wirkte die aufgequollene, beinahe lederartige Haut der Leiche. Doch noch grausiger war die klaffende Wunde, welche sich zwischen Hals und Schulterbereich bis tief zum Brustbein fortsetzte und den Körper der Person grotesk auseinanderriss. Milchige, tote Augäpfel starrten aus dem verquollenem Gesicht schreckensgleich in die Augen der drei Fischer.

      "Bei Elion bewahre, dass ist doch der Yorrek!" Mit diesen Worten ließ einer der Männer schlagartig das Netz los, was die beiden anderen dazu zwang mehr Kraft aufzuwenden, um jenes zu halten. "Wirklich? Das kann doch nicht sein! Ich mein, er war ein Arsch, aber wer macht sowas?" Sprach ein anderer. Als hätte der Tote nur darauf gewartet diese Frage zu beantworten, schien sich eine Bewegung hinter den bleichen Wangen abzuzeichnen. "Da! Da, sein Mund bewegt sich!" Und tatsächlich bewegten sich die blauen, teils aufgeplatzten Lippen der Leiche, doch anstelle von Worten gleiten dunkle, lange Beine aus dem Mund heraus, bis sich dieser weiter öffnet und sich ein krabbenartiges Wesen aus der Mundhöhle schält. Dicht gefolgt von einer weiteren Meereskreatur. Dieser Anblick war auch den beiden anderen Fischern zu viel, die das Netz weiterhin in ihren Händen hielten. Schockiert ließ man es zusammen mit dem toten Hafenschläger einfach zurück ins Meer fallen. Soll es doch dort bleiben, mit seinem Fang in die Tiefen herabsinken und nie wieder in die Hände eines Fischers gelangen.

      Gleich am Morgen so ein grausiger Schreck, wo doch am Abend zuvor die wunderbare Tanzveranstaltung von dem Oberhaupt Igor Bartali abgehalten wurde.
      Sicher ist eines: An Gesprächsstoff wird es der Stadt in nächster Zeit wohl nicht mangeln.


      Wer/Wie/Woher: Fischer, Hafenarbeiter, Hafenkneipen, Familientisch der drei Fischer, Weibergeschwätz auf dem Markt, die drei Ratschen von Balenos
    • Wo: Äußerer Rand der Bucht vor Velia
      Was:

      - Meeresfund: Wache-

      Aufgrund der sich verbreitenden Gerüchte und Gespräche über den Fund dreier Fischer, hat sich eine kleine Gruppe von Wachen zu dem äußeren Rand der Bucht in Velia begeben. Angeführt von einem ambitionierten jungen Wachmann, trabten drei weitere, ältere Wachen mit. Zumindest einen vorbildlichen Blick wollte man riskieren. Die Gruppe kam dann auch recht zügig zurück. Drei Wachen hatten stellenweise nasse Kleider, lachten aber was das Zeug hielt. Der junge, ambitionierte Wachmann ließ seine Ambition zu Gunsten eines ausgiebigen Zitterns weichen, während er in durchtränkter Uniform zurück zur Wachstube marschierte.

      Jemand war wohl etwas zu neugierig in der Nähe des Wassers.

      Wer/Wie/Woher: Fischer, Hafenarbeiter, Hafenkneipen, Weibergeschwätz auf dem Markt, die drei Ratschen von Balenos
      Ich bin der Auffassung, dass das Twix mit Schokolade überzogen wird.
    • Wo:
      Velia und Umgebung

      Was:
      Seit mittlerweile über eine Woche arbeiten fünf Leute am Hang vor dem Merida-Hof, der sich im Besitz von Teleniel Ceos befindet. Unter den Arbeitern befinden sich auch die beiden, die mittlerweile weitläufiger als Ecke und Kante bekannt sind und die fremde, weißhaarige Frau, die seit wenigen Monaten augenscheinlich bei der Walküre eingezogen ist. Es können Erdarbeiten beobachtet werden, die wohl dazu dienen, den Hang gleichförmiger zu gestalten. Seit dieser Woche werden auch in regelmäßigen Abständen zwei Meter hohe Pflöcke in den Boden geschlagen. Es ist kein Geheimnis, dass die Arbeiten dazu dienen, in Zukunft Weinreben anzubauen.

      Zu Mittag sind die Arbeiter öfters in der Mondschein- oder Hafentaverne anzutreffen, um sich dort zu stärken. Sie erzählen, dass die Arbeit zwar anstrengend sei, da es doch etwas anderes ist, auf einem Hang zu arbeiten als in der Ebene, doch die Bedingungen sehr gut sind. Begonnen wird erst um neun Uhr und wer zuvor hinkommt, kann sich an frischen Backwaren bedienen, die für die Arbeiter bereitgestellt wurden. Mittags gibt es zwei Stunden Pause und das Essen ist bezahlt und um spätestens siebzehn Uhr ist auch schon wieder Schluss.

      Anfangs hielten die anderen Tavernengäste das nur für Geschwätz und dass sich die Arbeiter einen Spaß daraus machten, doch nach einigen Tagen haben angeblich ein paar neugierige Leute beobachtet, dass zumindest im Bezug auf die Arbeitszeiten die Wahrheit erzählt wurde. Beim Stammtisch am Sonntag nach dem Debütantinnenball klärte Giuseppina di Coppola auf, denn immerhin hatte sie sich bei dem Ball lange mit Teleniel Ceos unterhalten und nur ihr wurden wichtige Informationen anvertraut: Tatsächlich sollte Wein angebaut werden und die Reben kommen aus Olvia, aber das wusste sie natürlich schon längst von ihrer Schwester, die ja eine der wichtigsten Personen in Olvia ist. Dass die Arbeitszeiten so kurz sind, liegt wohl daran, dass niemand ein Auge auf die Arbeiter hat und dass die Walküre Ceos absolut keine Ahnung hat, wie man Arbeiter dazu bekommt, ordentliche Leistung zu erbringen. Wahrscheinlich hat sie sich auch von den Arbeiten einfach reinlegen lassen. Es kann ja nicht jeder so gewieft sein, wie Giuseppina selbst.

      Wer:
      Zu Mittag und abends können die Arbeiter angetroffen werden, die offen über die Arbeit erzählen
      Die Gerüchte von Giuseppina di Coppola verbreiten sich seit dem Stammtisch am Sonntag nach der Kirche schnell in Velia
      "Japan ist ein wenig so wie Österreich: da hast du erstens das Meer..." 8o
    • Wo:
      Velia und Umland


      Was:
      Geschichten sickern schließlich bis Velia durch, dass es auf dem Frühlingsmarkt auf dem Bartali-Hof ziemlich unruhig zugegangen sein soll.
      Alles begann ganz normal, doch irgendwann stellten einige Besucher des Marktes fest, dass ihnen im dichten Gedränge des sehr gut besuchten Marktes ihre Börsen abhanden gekommen waren. Als die armen, bestohlenen Leute sich bei einer der Organisatorinnen wegen der mangelnden Sicherheit beschwerten, soll sich ein junger Fremder eingemischt haben, der anscheinend als Helfer für den velianischen Schmied Meister Zechenheil tätig war.
      Eines der Opfer soll dann seine Börse am Gürtel des Fremden entdeckt hatte, woraufhin dieser verständlicherweise als Dieb angesehen wurde.
      Über die weiteren Ereignisse gehen die Berichte auseinander, eine der häufiger erzählten Versionen berichtet davon, dass der Fremde, bei seiner wort- und gestenreichen Verteidigung ein kleines Kälbchen erschreckt hat, das in seiner Panik floh und eine bedauernswerte Blumenhändlerin gegen einen Wagen stieß, die sich dabei je nach Version leicht bis beinahe tödlich verletzt haben soll.
      Die Last der Blumenhändlerin, ein kleines Bäumchen, stieß einen anderen Besucher an, der gegen einen Stapel Körbe des angrenzenden Korbmachers prallte, worauf sich die Körbe in der Menge verteilten und beim Stellmacher neben an ein Wagenrad anstießen, das beim Schneider eine Reihe Schneiderpuppen umwarf, deren Letzte das Tor zum Schweinegatter aufschlug. Eine Horde fröhlich los preschender Frischlinge sorgte für zusätzliches Chaos, von den plötzlich herumflatternden Dutzenden Hühnern einmal ganz abgesehen. Einer der verzweifelt flüchtenden Besucher wurde das Ziel deftiger Beschimpfungen, als er aus Versehen den Zaun des Schafsgatters nieder riss. Doch das war schnell vergessen, als durch die flüchtenden Schafe angestoßen am Stand der Zimmerer und Schreiner eine Reihe Balken anfing wie Dominosteine zu fallen und auf die Schmiedearbeiten Zechenheils zustürzten. Statt diesen räumte der letzte Balken aber eine Reihe an die Wand gelehnte Bretter ab, hinter denen der tatsächliche Dieb gerade seine Beute in einen Sack füllen wollte. Ein gezielter Tritt der Gesellin von Meister Zechenheil soll den Mann dann überzeugt haben, dass eine Flucht keine direkte Option war.
      Die Leute sollen sich bei dem Tagelöhner, der wohl selber Opfer war dann für die Anschuldigungen entschuldigt haben. Die Marktorganisation habe sich bei dem jungen Mann auch dafür bedankt, dass er für die Festnahme des Diebes gesorgt hat, wobei man munkelt, dass sie eine weniger unorthodoxe Methode begrüßt hätte...



      Wer:
      Bauern, Handwerker, Besucher des Marktes allgemein, Mitglieder der Stadtwache, die den Dieb nach Velia überführt haben und sonstige Weitererzähler in Straßen und Tavernen...
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