Masanobu (NPC)

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  • Masanobu ist ein exilierter Samurai aus dem fernen Nordwesten, der heute als Vagabund ohne Wurzeln durch die Welt streift.

    Relevante Informationen

    Geburtsname: Masanobu
    Kriegername: Ogasawara Danjō
    heute bekannt als: Masanobu, Masa, Nobu, Der Vagabund
    Alter: 27.07.243
    Augenfarbe: bernsteinfarben
    Haarfarbe: schwarz
    Haarschnitt: schulterlang, oft zum Zopf gebunden
    Größe: 1,84 m
    Statur: drahtig, sehnig
    Beruf: Vagabund
    Familie: Vater Gennosuke (*210), Mutter Tomoe (*221), Schwestern Yūko (*244) und Sachiko (*247), Bruder Shōta (*251)
    Familienstand: verwitwet





    Charakter


    Masanobu sitzt der Schelm buchstäblich im Nacken.

    Er nimmt kein Blatt vor den Mund, ist frech und unverschämt und genießt es mit Frauen zu flirten - auch wenn diese seine plumpen Anmachversuche in der Regel mit aufgebrachtem Geschrei und der ein oder anderen Backpfeife quittieren, bevor sie empört das Weite suchen. Bisher zeigte er sich von diesem Verhalten nicht sonderlich beeindruckt, auch wenn er nicht müde wird, im betrunkenen Zustand wildfremden Leuten in Spelunken sein ach so schreckliches Leid zu klagen.

    Er gilt als selbstverliebter, aufgeblasener Schürzenjäger und alberner Dummschwätzer, der mit einer großen Portion Dramaturgie und Kitsch von seinen angeblich so ruhmreichen Abenteuern erzählt und dabei nicht an bodenlosen Übertreibungen spart. Es ist hierbei fraglich, ob seine heldenhaften Geschichten überhaupt einen wahren Kern besitzen oder lediglich seiner lebhaften Fantasie entspringen. So behauptet Masanobu unter anderem von sich, ein gut betuchter Prinz aus fernen exotischen Landen, ein Meisterdieb mit den flinkesten Fingern auf der ganzen Welt und ein mächtiger Pirat im Ruhestand zu sein, der nebenberuflich diese feinen Lederjacken verkauft und sich unter anderem gegen blutrünstige dreiköpfige Affen und Meereskraken behauptet hat.
    Ungeachtet dessen, ob er die Wahrheit spricht oder nicht, erfreuen sich seine bunten Geschichten besonders bei Kindern großer Beliebtheit, die seinen spannenden Erzählungen gebannt horchen und ihn liebevoll "Masa, den Vagabunden" nennen. Erwachsenen dagegen ist Masanobu eher lästig, was ihn jedoch nicht davon abhält, sie ohne Punkt und Komma mit Belanglosigkeiten zuzuquatschen - ob sie wollen oder nicht, ist ihm dabei herzlich egal und er ergreift manchmal die Gelegenheit beim Schopfe, um seine gelangweilten oder genervten Opfer um die ein oder andere Münze oder andere Wertgegenstände zu erleichtern, um nicht hungern zu müssen. Ehrlicher Arbeit geht Masanobu nämlich nicht nach... alte Gewohnheiten lassen sich halt schwerer aufgeben als andere.

    Niemand weiß, dass er ein kriegserfahrener Samurai im Exil ist, der blind und aus falschem Ehrgefühl hunderte von Menschen getötet hat. Niemand weiß, dass er seine geliebte Frau auf sinnlose und tragische Art und Weise verloren hat. Keiner kennt seine wahre Geschichte, über die er niemals spricht.

    Für alle ist er bloß der trottelige Vagabund, der nicht den Mund halten kann.

    Biografie


    Der Sohn eines Reisbauern


    Masanobu erblickte im Jahre 240 des elionischen Kalenders als ältester Sohn einfacher Reisbauern das Licht der Welt. Seine Eltern dienten in den fernen Landen im Nordwesten in dem abgelegenen Bergdorf Jinenji dem eher unbedeutenden Lehnsherr Saitō Ryūga.

    Mit einer seltsamen Mischung aus bedingungsloser Liebe, einer großen Portion strapazierter Geduld und dem kläglichen Vermittlungsversuch von Disziplin und Strenge wuchs Masanobu zu einem rotzfrechen und faulen Jungen heran, der stets das Weite suchte, sobald auch nur der Hauch von Arbeit in der Luft lag. Es gelang seinen Eltern jedoch öfter als ihm lieb war, ihn doch irgendwie zur Arbeit zu zwingen. So kam es, dass er bereits mit sechs Jahren dabei half, die Reisfelder mit Wasserbüffeln zu pflügen, die Saat für die Reissetzlinge zu streuen und diese zart herangewachsenen Pflänzchen umzusetzen. Es war eine körperliche sehr anstrengende Arbeit, anschließend den ganzen Tag im kalten Wasser der gefluteten Felder zu stehen und in gebückter Haltung die Reissetzlinge zu pflanzen, aber es blieb Masanobu nichts anderes übrig, als seine Eltern bei der Aufzucht und anschließenden Ernte zu unterstützen, wenn die Familie nicht hungern wollte.

    Die Familie lebte in ärmlichen Verhältnissen - die hohen Steuern, die der Lehnsherr erhob, ließen kaum etwas zum Leben übrig und der abgelegene Standort des Bergdorfs erschwerte darüber hinaus den Warenaustausch mit fliegenden Händlern oder anderen Gemeinden. Außerdem war es den Reisbauern strengstens untersagt, den selbst angebauten Reis zu verzehren. Trotzdem beklagte sich niemand und die Bauersfamilie wuchs im Laufe der Zeit um zwei bildhübsche Töchter und einen weiteren strammen Sohn auf insgesamt sechs Familienmitglieder heran.

    Im Bergdorf fiel Masanobu den übrigen Bewohnern stets als unverschämter Lausebengel und Tunichtgut auf, der nur Flausen im Kopf hatte, ständig Streiche spielte und sich nicht zu benehmen wusste. Auch wenn er seinen Eltern so viel Ärger und Kummer bereitete, war Familie für Masanobu das wertvollste Gut. Er duldete es nicht, wenn sich jemand abfällig über sein Fleisch und Blut äußerte, und strafte die Lästermäuler verbal oder notfalls auch mit Gewalt ab - zum Beispiel, wenn er seine jüngeren Geschwister vor den gemeinen Hänseleien oder Prügelattacken der Nachbarskinder beschützte. Dass er dem ein oder anderen Balg dabei eine Backpfeife gab oder etwas durch die Gegend schubste, war dabei noch das Harmloseste.

    Ausbildung zum Ashigaru


    Als Masanobu fünfzehn Sommer alt war, beehrte Lehnsherr Saitō das Bergdorf mit einem seiner seltenen Besuche. Er suchte tapfere und loyale Männer, die bedingungslos dazu bereit waren, ihm in den Krieg zu folgen und seine ehrlosen Feinde ohne Gnade oder Reue zu töten - auch wenn dies bedeutete, dass sie für Land und Herr bluten oder gar sterben mussten. Wer seinem Aufruf nicht sofort Folge leistete oder es gar wagte, die Flucht zu ergreifen, wurde brutal niedergeschlagen, gefangen genommen und gegen seinen Willen zwangsrekrutiert. Ein Nein wurde nicht akzeptiert.

    Dieses Schicksal ereilte auch Masanobu, der sich dem Joch dieses reichen, selbstgefälligen Schnösels nicht unterwerfen wollte. Seine Eltern flehten Lehnsherr Saitō an, ihren Sohn zu verschonen, weil sie bitterlich auf seine Hilfe angewiesen waren. Seine Mutter kümmerte sich um die jüngeren Kinder und pflegte die kränklichen Schwiegereltern, während sein Vater, der mit einem kaputten Knie und starken Rückenschmerzen zu kämpfen hatte, auf dem Reisfeld auf die tatkräftige Unterstützung seines ältesten Sohns angewiesen war. Der Lehnsherr aber zeigte keine Gnade. Er lauschte dem gehässigen Geschwätz der Dorfbewohner, die kein gutes Haar an dem Jungen ließen, und ließ sich davon mehr beeindrucken. Als er laut herumposaunte, dass er das faule und respektlose Rotzblag in seine Schranken weisen würde, begrüßte die versammelte Dorfgemeinschaft dies mit lautem Applaus und Jubelrufen.
    Masanobu, der sich im Haus versteckt hielt und alles mitanhörte, schlich sich daraufhin unbemerkt auf das Reisfeld und flüchtete in die angrenzenden Wälder, wo er einen Tag später von Saitōs Kriegern aufgespürt wurde. Lehnsherr Saitō ließ den auf Knien flehenden Masanobu vor der Dorfgemeinschaft blutig prügeln und drohte ihm, seine gesamte Familie zu ermorden, wenn er sich weiterhin weigerte, in seine Dienste zu treten.

    Also beugte Masanobu sich zähneknirschend dem Willen seines Lehnsherrn und brach mit ihm und den restlichen Rekruten zu Saitōs Trainingscamp im Tal auf, das zu Fuß einen Zweitagesmarsch entfernt war. Saitōs erfahrenste Krieger – sogenannte Samurai – begutachteten die frischen Rekruten und teilten die Grünschnäbel nach Merkmalen wie Alter, Körpergröße, Muskelkraft und Beweglichkeit in mehrere Trainingsgruppen ein, um sie zu Fußsoldaten – bekannt als Ashigaru - für den bevorstehenden Krieg auszubilden.

    Die Ausbildung war hart, aber nicht unmenschlich. Die Samurai-Meister lehrten zwar mit strengster Disziplin und forderten absoluten Gehorsam, Respekt sowie Fleiß von ihren Rekruten. Wer die Regeln befolgte, wurde im Gegenzug anständig behandelt. Widersetzte sich jedoch ein Rekrut, wurde er aufmüpfig oder wagte es gar zu desertieren, wurde er je nach Grad des Verstoßes hart bestraft oder vor den Augen der anderen hingerichtet. Es steht außer Frage, dass Masanobu in dieser Zeit zahlreiche Blessuren davontrug und mit verbalen Degradierungen überschüttet wurde. Es dauerte eine Weile, bis sein rebellischer Geist gebrochen war und er endlich Disziplin, Bescheidenheit, Höflichkeit und Ehrerbietung lernte, aber Lehnsherr Saitō sollte so sein Wort halten und schaffte es schlussendlich, den wilden Jungen zu bändigen.

    Über Monate hinweg stärkten die Rekruten im Training Geist und Leib. Philosophische Diskurse und Meditation festigten das mentale Gleichgewicht. Körperbeherrschung und Fußarbeit verbesserte sich mit routinierten Bewegungs- und Angriffsabfolgen. Und den Umgang mit dem Yari, einer Lanze für den Nahkampf in Massenschlachten, lernten die Rekruten zuerst an statischen Strohpuppen und später im direkten Zweikampf. Wer eine besonders ruhige Hand und ein scharfes Auge besaß, übte sich außerdem im Bogenschießen - so auch Masanobu. In dieser Zeit freundete er sich mit seinem Mitrekruten Jiro an.

    Aufstieg zum Samurai


    Territoriale Machtkämpfe unter den Clans zerrissen zu dieser Zeit die Region und fluteten die Schlachtfelder mit dem Blut gefallener Krieger. Als die Zeit reif war, schloss sich Lehnsherr Saitō dem mächtigen Daimyō Itō Mitsurugi an, der zahlreiche kleinere Daimyōs und Lehnsherren um sich geschart hatte, um Daimyō Matsudaira Junichi und dessen Allianz auszulöschen.

    Im Feldlager kam es dabei nicht selten vor, dass diebische Finger im Schutze der nächtlichen Dunkelheit die wertvollen Katana – die Schwerter der Samurai – stahlen. Als Lehnsherr Saitōs kostbare Klinge eines Nachts entwendet wurde, schickte er Masanobu und Jiro los, um das Katana zurückzuholen und seine beschmutzte Ehre wiederherzustellen – er forderte ohne Wenn und Aber den Tod der Diebe. Der anfängliche Eifer, diese Kriminellen ihrer rechtmäßigen Strafe zuzuführen, bekam einen bitteren Beigeschmack, als die Spur zu einem Lagerfeuer führte, an dem drei betrunkene Ashigaru eines anderen Clans mit Sake und Gesang ihre fette Beute feierten. Masanobu zögerte, die offenkundig wehrlosen Männer zu töten – die drei konnten sich kaum auf den Füßen halten, geschweige denn kämpfen. Sie aber am Leben zu lassen, bedeutete sich dem Befehl seines Herrn zu widersetzen und war damit die schlimmste Pflichtverletzung, die er begehen konnte. Die absolute Loyalität seinem Herrn gegenüber war die oberste Pflicht eines Kriegers - ihm zu dienen, die größte Ehre. Ihm blieb also keine andere Wahl, wenn er keine Schande über sich und seinen Herren bringen wollte und ehe die Trunkenbolde realisierten, was mit ihnen geschah, fielen ihre Leiber tot zu Boden. Ehrenhaft fühlte sich das für Masanobu nicht an und das schlechte Gewissen sollte viele, viele Jahre bleiben.

    Die glorreichen, ruhmreichen Kämpfe folgten dagegen auf dem Schlachtfeld – oder so erzählte man es sich. Es war üblich, die abgetrennten Köpfe von Samurai als Kriegstrophäe zu sammeln und als Beweis der eigenen Stärke dem obersten Daimyō als Geschenk zu präsentieren. Wem es gelang, einen angesehenen Samurai zu töten, wurde vom Daimyō als Anerkennung dieser Leistung reich belohnt.

    Dies sollte Masanobus Leben maßgeblich verändern.

    Abseits des Schlachtfelds, als das Gefecht bereits zu Gunsten von Daimyō Itō siegreich entschieden worden war, stolperte ein blutender Samurai aus dem Bambusdickicht und überrumpelte Masanobu. Beide Krieger – ein austauschbarer, wertloser Ashigaru und ein kriegserfahrener, angesehener General – richteten wortlos die Waffen aufeinander und bekämpften sich im Anschluss bis aufs Blut. Es war kein faires Duell. Der Samurai humpelte und wirkte sehr erschöpft. Außerdem klaffte eine tiefe Wunde an seiner Schulter – Verletzungen, die ihn stark beeinträchtigten und letztlich sein Todesurteil bedeuten sollte. Eine schwerfällige Bewegung genügte und die scharfe Klinge von Masanobus Yari bohrte sich durch das Bauchfleisch des Generals, der den Angriff nicht rechtzeitig abwehren konnte.

    Die Gräuel des Krieges waren schrecklich und blutig genug. Einem Mann den Kopf abzutrennen umso grausamer. Es kostete Masanobu sehr viel Überwindung - und den Inhalt seines Magens, als ihm dabei speiübel wurde und er sich übergeben musste. Er fühlte keinen Stolz über seinen errungenen Sieg, denn es war kein ehrenhafter Kampf gewesen. Aber die prächtige und edle Rüstung des Samurai deutete daraufhin, dass er kein niederer Krieger gewesen war und Masanobu für seinen Sieg womöglich großzügig vom Daimyō belohnt werden und so seiner Familie helfen könnte.
    Eine ruhmreiche Belohnung zu erhalten dachte sich wohl auch Lehnsherr Saitō, als er Stunden später in Begleitung von Jiro den zurückgelassenen Helm des Generals fand. Alleine an diesem exquisit gefertigten Helm, der bei jedem Samurai individuell gestaltet und geschmückt war, erkannte er sofort, dass es sich bei der Leiche um einen wohlhabenden Samurai handeln musste. Ohne Kopf konnte er den Helm aber nicht präsentieren, also befahl er Jiro unter einem Vorwand, den Helm des Toten aufzuheben und nutzte diesen Moment der Unaufmerksamkeit, um Jiro heimtückisch zu ermorden. Sein Kopf sollte als Ersatz herhalten.

    Als die feierliche Zeremonie stattfand und Saitō dem Daimyō den Helm von General Sanzaemon auf Jiros Kopf darlegte, sorgte dies unter den Anwesenden für große Irritation. Ein anderer Kopf war bereits als der des Generals identifiziert und der Ashigaru Masanobu als Belohnung dafür in den Stand der Samurai erhoben worden. Als der Schwindel aufflog, war die Schmach für Saitō groß und in seinem Herzen keimte der blanke Hass für Masanobu auf, was noch schwerwiegende Konsequenzen mit sich bringen sollte.

    Desillusionierung und Verbannung


    Mit der Erhebung in die Kaste der Samurai ging gleichzeitig auch der soziale Aufstieg Masanobus einher. Ab sofort durfte er das Daishō, die zwei Klingen der Samurai bei sich führen – das lange Katana sowie das kürzere Wakizashi - die ihm zusammen mit einer maßgeschneiderten, prächtigen Rüstung überreicht wurden. Als Samurai wurde ihm außerdem ein kleines Stück Land und regelmäßiger Sold zugestanden, sodass seine Familie dem Bergdorf und dem Steuerjoch von Lehnsherr Saitō entfliehen konnte, um sich ein neues und vor allem besseres Leben aufzubauen. Fortan baute die Familie auf dem Stück Land Gemüse an und sicherte sich so den Lebensunterhalt. Als die anderen Dorfbewohner triefend vor Neid den Umzug der Familie mitansahen, konnte Masanobu sich die Schadenfreude darüber nicht verkneifen.

    Masanobu selbst diente ab diesem Zeitpunkt dem niederen Daimyō Ogasawara Araki und bewährte sich sowohl auf dem Schlachtfeld als auch im gesellschaftlichen Umfeld des Kriegeradels. Seine ruhmreichen Errungenschaften im Krieg und die Selbstverständlichkeit, mit der er den strengen Verhaltenskodex der Samurai, dem Bushidō, im Alltag lebte, steigerte sein Ansehen in der Gesellschaft und die Gunst bei seinem Herrn. Die Vergangenheit als respektloser und fauler Lausbub war längst verblasst und in Vergessenheit geraten. So kam es, dass Masanobu im Laufe der Jahre zu einem engen Vertrauten des kinderlosen Daimyō wurde und dieser ihn im Jahre 267 adoptierte - obwohl Masanobus leibliche Eltern noch lebten. Diese Gepflogenheit war unter Samurai jedoch keine Seltenheit und erfüllte die Familie mit großem Stolz.

    Masanobu legte daraufhin seinen Geburtsnamen ab und nannte sich fortan Ogasawara Danjō.

    Als Erbe von Clan Ogasawara gehörte es zu seinen familiären Pflichten, sich ein Eheweib zu nehmen und Söhne zu zeugen, um den Fortbestand des Clans zu sichern. Daimyō Araki arrangierte die Vermählung mit der Tochter des verbündeten Clans Amano und so ehelichte Danjō im Jahre 271 die zwölf Jahre jüngere Megumi, die er vorher nur ein einziges Mal getroffen hatte. Sie war schön, klug und wortgewandt, wusste aber um ihren Platz in der Gesellschaft und war Danjō ein gutes und demütiges Eheweib. Aus zwei Fremden, die aus politischen Gründen heirateten, wurden liebende Eheleute, die einander mit Respekt und Wertschätzung begegneten und sehr glücklich miteinander wurden.

    Noch im selben Jahr verkündete der Leibarzt von Clan Ogasawara die frohe Botschaft, dass Megumi ein Kind erwartete, während in der kriegsmüden Region neue territoriale Machtkämpfe entflammten. Clan Ogasawara beteiligte sich an den blutigen, kriegerischen Auseinandersetzungen und Danjō blieb über Monate von Zuhause fort, um für die Ehre seines Hauses zu kämpfen. Lehnsherr Saitō, dessen Ruf seit dem gescheiterten Betrugsversuch völlig ruiniert war, erfuhr davon und machte sich diesen Umstand zunutze, um schreckliche Rache an seinem ehemaligen Untertan zu üben.
    Als Megumi an einem sonnigen Frühlingstag zu ihrem morgendlichen Spaziergang aufbrach, lauerte Saitō ihr im Wald auf einem abgelegenen Pfad auf und überfiel die schwangere Frau heimtückisch. Das grausame Martyrium, das Megumi durchleiden musste, sollte Stunden dauern und sie hilflos am Rande des Weges zurücklassen, wo Suchtrupps sie am frühen Abend verletzt, aber lebend auffanden. Megumi ließ die beschämende Wundbehandlung des Leibarztes wortlos über sich ergehen und zog sich anschließend in ihre Schlafgemächer zurück, um sich auszuruhen. Am nächsten Morgen jedoch fand eine Kammerzofe die Hausherrin tot im Vorraum auf – Selbstmord durch das extrem qualvolle Aufschlitzen des Bauches. Megumi hatte Seppuku begangen – ein Freitod, der ihre beschmutzte Ehre und die ihres Ehemannes wiederherstellen würde, nachdem ein anderer Mann sie geschändet hatte. Was in dieser Kultur eine gängige, gesellschaftlich akzeptierte und sogar angesehene Praxis war, brach Danjō jedoch das Herz. Seine geliebte Frau war tot und mit ihr – durch ihre eigene mütterliche Hand – das ungeborene Kind. Nur, weil ein abstraktes Konstrukt der Gesellschaft es so forderte.

    Monate später, als Lehnsherr Saitō ohne Einladung auf einem Fest zu Ehren von Daimyō Itō erschien, eskalierte die Situation. Danjō erblickte an dessen Katanagriff einen auffälligen Schmuckanhänger, den er seiner toten Ehefrau einst selbst zum Geschenk gemacht hatte. Er realisierte, dass Saitō für die Schmach und den tragischen Tod seiner Ehefrau verantwortlich war. Blind vor Zorn und unermesslichem Schmerz, zog er sein Katana und attackierte Saitō inmitten der Festlichkeiten. Dies stellte jedoch ein schlimmes Vergehen dar, da es strengstens untersagt und höchst verpönt war, außerhalb des Schlachtfelds in Anwesenheit seines Herrn das Schwert zu ziehen – aus Angst vor möglichen Attentaten. Es brachte große Schande über Danjō und Clan Ogasawara und wie bei allen Ehrverlusten gab es nur eine Form der Wiedergutmachung: Seppuku.

    Wie man es von ihm erwartete, zog Danjō sich noch am selben Abend zurück und bereitete alles für den zeremoniellen Tötungsritus vor. Als es soweit war und er die Klinge an die entblößte Haut seines Bauches setzte, zögerte er. Er hatte Angst zu sterben. Er war zu feige, um es hinter sich zu bringen und dieser irdischen Welt Lebewohl zu sagen. Unzählige Male hatte er auf dem Schlachtfeld in die hässliche Fratze des Todes geblickt. Die Gesichter derer, die er im Krieg getötet hatte, suchten ihn jede Nacht in seinen Albträumen auf – Berge von abgetrennten Köpfen und aufgetürmten Leibern – während er selbst dem Tod immer wieder entkommen war. Bis zu diesem Moment. Und wofür sollte er sterben? Nicht, weil er ein Schwert gezogen hatte, um den Vergewaltiger und Mörder seines Eheweibs seiner gerechten Strafe zuzuführen, sondern weil sich sein Herr hunderte Meter entfernt darüber empörte, dass diese Klinge in seiner Anwesenheit eine Bedrohung für ihn darstellte.

    In diesem Augenblick fasste Danjō einen folgeschweren Entschluss. Er hatte genug von dieser sogenannten Ehre, die Unschuldigen das Leben kostete, bloß weil eine angeblich zivilisierte Gesellschaft seinen Bürgern eine verdrehte und perverse Wertevorstellung aufdrängte. Man hatte einen wilden Freigeist in ein Korsett gezwungen, das aus Lügen und Heuchlerei gefertigt war.

    Also legte er die Klinge beiseite, bekleidete sich und… floh. Immer weiter und weiter wanderte er durch die Lande, soweit seine Füße, die Hufen eines Pferdes oder das Holz eines Schiffes ihn tragen konnten.

    Aktuelles


    Wenn der alte Saufkopf Masa nicht gerade exotische Lustmädchen für alte Kumpels auftreibt oder besagte exotische Lustmädchen aus den schmierigen Klauen sexuell gestörter Ekelpakete befreit, stolpert er in Velia besoffen zwischen der örtlichen Taverne und dem exklusiven Lusthaus "Zur Tanzenden Möwe" umher. Auch zieht es ihn gelegentlich in andere Städte und Regionen, sodass er bisweilen gar nicht in Velia anzutreffen ist.

    Masanobus Theme


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