Kitah

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  • Die Wilde von den Inseln
    Name: Kitah
    Spezies: Mensch
    Alter: nicht genau bekannt, aber irgendetwas Ende 20
    Größe: 1,49 m
    Körperbau: kräftig und robust
    Hautfarbe: karamellbraun
    Augenfarbe: dunkelgrün
    Haarfarbe: schwarz, mit seidigem Schimmer
    Haarschnitt: meist praktisch kinnlang geschnitten
    Tattoos: Etwas verwaschen wirkende Tätowierungen im Gesicht, die sie als kleines Kind bekommen hat, die aber aufgrund ihrer Geschichte über die Jahre nicht nachgestochen bzw. ergänzt wurden


    Charakter:
    Trotz der schlimmen Erlebnisse ihrer Kindheit bewahrte Kitah sich ein offenes, herzliches Wesen und ein strahlendes Lächeln, das ihr schon so manche Tür geöffnet hat.
    Trotzdem hält sie bei aller Freundlichkeit Fremden gegenüber erst einmal Abstand, bis sie glaubt, sie einigermaßen einschätzen zu können. Wer aber ihr Vertrauen gewinnen kann, erhält eine treue und zuverlässige Freundin, die auch gerne mal alle mit ihren Taschenspielertricks unterhält.
    Immer wieder überkommen Kitah aber düstere Stimmungen, wenn die Erinnerungen an ihre Heimat sie übermannen.


    Kitah's Geschichte:
    Honu war alt... Sehr alt. Um genau zu sein, schwamm er - oder sie, das wusste man nicht so genau, denn es hatte nie jemand nachgesehen - seit Anbeginn der Zeit durch die unendlichen Weiten des Ozeans. Honu war eine riesige Schildkröte. Das wusste man wiederum, obwohl da auch nie jemand nachgesehen hatte. Wahrscheinlich waren Schildkröten mythologisch einfach schon immer so etabliert, dass sie nie jemand in Frage stellte und deshalb immer gerne genommen.
    Wie auch immer, Honu war jedenfalls riesengroß und auf den Teilen des Panzers, die aus dem Wasser ragten sammelte sich Staub aus der Luft, aus dem schließlich Inseln entstanden, die dort klebten, wie Seepocken auf dem Rücken eines Wals.
    Der Vergleich mit dem Wal kam übrigens erst später, denn die Inselvölker sind Walen erst lange nach Schildkröten begegnet...
    Jedenfalls wurde auf einer der Inseln auf dem Rücken der riesigen Schildkröte Honu irgendwann Kitah geboren. Während ihrer Geburt begrüßten die Vögel den neuen Tag mit eifrigem Zwitschern, daher auch ihr Name, wobei allerdings vor allem ihr Vater fand, dass die Stimme eines kleinen Kindes oft nur schwer damit vergleichbar war.
    An ihre Kindheit konnte sich Kitah nur bruchstückhaft erinnern. Üppiger Dschungel, weiße Strände, leuchtend blaues Meer, aber auch das Ascheland mit dem Feuerberg und dem wilden Wackeln, wenn Honu mürrisch brummend die Richtung wechselte.
    Vor allem aber erinnerte sie sich an die Geborgenheit in ihrem Stamm und ihrer Familie... bis die wandelnden Toten kamen.
    Blass waren sie, eben wie die von der Sonne gebleichte Haut der Ahnen am Begräbnisplatz. Sie waren aber nicht von dort gekommen, sondern mit großen Booten über den Horizont.
    Diese Männer und Frauen schrien und knurrten, sie nahmen sich, was sie wollten und brannten nieder, was sie nicht mitnehmen konnten. Der Widerstand der Stämme kostete sie viele Leben, aber so plötzlich wie sie gekommen waren, verschwanden die wandelnden Toten auch wieder. Allerdings war unter ihrer Beute auch die kleine Kitah, ängstlich in eine Ecke des großen Bootes gedrückt.
    Zumindest schien ihr aber jetzt niemand unmittelbar Böses zu wollen, auch wenn man sie zu seltsamen Arbeiten auf dem großen Boot zwang und es sie spüren ließ, wenn man damit nicht zufrieden war.
    Eines Tages erreichten sie schließlich eine große Insel, die sich über den ganzen Horizont erstreckte und das große Boot legte an in einem unheimlichen Dorf, das aus totem Stein gebaut war und dessen Häuser sich weit in den Himmel streckten.
    Hier war wohl die Heimat der lebenden Toten, denn am Ufer konnte Kitah noch viel mehr von ihnen sehen. Mittlerweile hatte sie begriffen, dass die lebenden Toten auch nicht viel anders waren, als sie selbst -nur eben mit toter Hautfarbe, gemein und schlecht riechend-, aber sie fand die Bezeichnung zu treffend, also blieb sie dabei.
    Nachdem das Schiff angelegt hatte, wurde Kitah zusammen mit der anderen Beute tief in die Eingeweide der steinernen Häuser gebracht, wo es zuging wie auf den großen Versammlungen der Stämme. Es wurde Handel getrieben, laut durcheinander geschrien, sich geprügelt und viel von Dingen getrunken, von denen man besser nicht so viel trinkt. Wieder ein Hinweis für Kitah, dass diese Leute doch nicht so anders waren, wie die Ihrigen... was sie aber in keinster Weise beruhigte.
    Plötzlich nahm man ihr alles Weg, was sie noch irgendwie bei sich hatte und stieß sie auf ein kleines Podest aus Holz, wobei ihr beim ersten Versuch dort wieder herunterzuspringen sehr klar gemacht wurde, dass sie dort zu bleiben hatte.
    Kitah stand also zitternd und schniefend auf der kleinen Bühne und obwohl um sie herum eine Menge Leute waren, fühlte sie sich sehr, sehr einsam.
    Einige aus der Menge riefen dem Mann neben ihr auf der Bühne immer wieder etwas zu, anscheinend schienen sie zu handeln. Das Geschrei ging kurze Zeit hin und her, wobei es Kitah wie eine Ewigkeit vorkam, sie wollte sich eigentlich nur noch verstecken und weinen.
    Mittlerweile riefen nur noch zwei Händler dem Mann auf der Bühne etwas zu und der Eine rieb sich schon grinsend die Hände, als der andere sich zornig umdrehte, da ertönte eine kräftige dunkle Frauenstimme. Der Grinsende fuhr zornig herum, denn anscheinend gefiel ihm gar nicht was er hörte, doch was auch immer er hatte sagen wollen, er schien es plötzlich vergessen zu haben und zog sich in die Schatten zurück.
    Begleitet von einer Handvoll Männer und Frauen, die aussahen, als wolle man ihnen möglichst nicht widersprechen, trat eine ehrfurchtgebietende Frau an die Bühne heran. Sie war in ein leuchtend buntes Kleid gekleidet und von dunklerer Hautfarbe, als alle anderen, die Kitah bisher hier gesehen hatte. Nicht so dunkel wie sie selbst, aber zumindest sah sie nicht tot aus, was schon mal ein dicker Pluspunkt war.
    Ein klirrender Beutel wechselte den Besitzer und die Frau trat langsam auf die verschüchterte Kitah zu und betrachtete sie genauer, dann ging sie auf die Knie, lächelte Kitah aufmunternd an und breitete in einer Willkommensgeste die Arme aus.
    Es war das erste Lächeln, das Kitah seit langem gesehen hatte und nach kurzem Zögern warf sie sich in die ausgebreiteten Arme und klammerte sich schluchzend an sie. Die Frau nahm sie mit Leichtigkeit hoch und gemeinsam verließen sie die dunklen Gewölbe.
    Kitah hat nie erfahren, wie viel Glück sie wirklich an diesem Tag gehabt hatte, aber ihr war schnell klar, dass sie es hätte schlimmer erwischen können.
    Mama Ra, wie Kitah sie wegen ihrer sonnigen Art nannte und die eigentlich Nonna Mirga hieß, nahm sie in ihre große Familie auf und dort lernte Kitah alles, was man in der Stadt so zum überleben brauchte. Sie lernte die Sprache, bis von ihrer Muttersprache nur noch ein leichter, singender Akzent übrig blieb, wobei sie feststellte, dass es sehr informativ sein konnte, wenn nicht gleich jeder wusste, dass sie die örtliche Sprache einwandfrei beherrschte.
    Akrobatik und allerlei Gaukelstücke gehörten ebenso zu Kitah's Ausbildung, wie die kreative Umverteilung von Besitz der Reichen zu den Armen und sogar etwas Lesen, Schreiben und Rechnen. Am meisten Spass machten ihr aber die Ringkämpfe in den Hafengewölben, für die sie schon in jugendlichem Alter große Begabung zeigte.
    Wenn Kitah nicht gerade mit den Kämpfen oder dem Training dafür beschäftigt war, so ging sie vielerlei Beschäftigungen nach, was sich so gerade anbot. Mal arbeitete sie beim Be- und Entladen von Schiffen, half in Tavernen aus, oder in Badehäusern, erledigte Botengänge für jeden, der ein paar Münzen dafür springen ließ, oder putzte Böden in herrschaftlichen Villen. Immer aber hatte sie dabei die Ohren offen, denn so manches Wort, dass dabei der Wind an ihr Ohr trug, war mehr wert, als der Lohn für ihre Arbeit.
    So konnte man Kitah oft geschäftig durch die Gassen der Stadt eilen sehen, jedem den sie kannte ein Lächeln und ein freundliches Wort schenkend. Manchmal jedoch saß sie auch nur den ganzen Tag an den Docks, eine kleine Pfeife in der Hand, aus der sie langsame Züge nahm und mit glasigem Blick und traurigem Lächeln in Richtung ihrer Heimat schaute...

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